Sonntag, 25.01.26
gefahrene Kilometer: 230 km
gefahrene Kilometer: 230 km
Urlaub kann auch anstrengend sein. Um 04:00 Uhr morgens klingelt der Wecker. Wir wollen heute in das Hochland (Altiplano) zu den Geysiren von El Tatio. Das Geysirfeld dort ist das das drittgrößte Geysirfeld der Welt (Nach Yellowstone in den USA und einem Geysirfeld in Russland). Das Geysirfeld liegt in einer Senke, die von einer Vulkankette flankiert wird. Neben dem Vulkan Tatio (Cerro de Tatio) handelt es sich um die Vulkane Cerro Deslinde, Cerro Volcán und dem Cerro de Copacoya. Die Vulkane sind Teil des zentralen Vulkangürtels der Anden.
Um 05:00 Uhr morgens sitzen wir auf unseren Motorrädern, da die schönste Rauchentwicklung der Geysire kurz nach dem Sonnenaufgang, gegen 07:00 Uhr, ist. El Tatio ist nur über eine Schotterpiste erreichbar. Für die ca. 80km benötigen wir gut zwei Stunden. Diese zwei Stunden können, in stockdunkler Nacht, ganz schön lang sein. Es ist anstrengend, sehr anstrengend! San Pedro de Atacama liegt auf 2.400 Meter Höhe. 30 km nach dem Start geht die Piste hoch auf ca. 4.000 Meter Höhe. Wir haben das Hochland, das Altiplano erreicht. Die restlichen 50km der Strecke fahren wir grob über 4.000 Meter Höhe. Es wird kalt, die mitgebrachten Winterhandschuhe reichen fast nicht aus, die Fingerspitzen werden trotzdem kalt. Zum Start heute früh müssten schon Pullover und lange Unterziehhose und die Überzieh-Regenkleidung mit „ran“. Genau für diesen einen Tag heute, hatte ich die warme Kleidung aus Deutschland mitgebracht.
Hätte ich gewusst wie die Stecke aussieht (...das habe ich dann erst im hellen auf dem Rückweg gesehen), wäre ich die Strecke, aus Sicherheitsgründen, niemals um dunklen gefahren. Heftigstes Wellbleck, starke Auswaschungen, Steine auf der Strecke, etc. Die meisten Besucher kommen mit einer gebuchten Ausflugstour zu den Geysiren. Die Touristen werden dann in Kleinbussen (meist sind es Mercedes Sprinter) gegen 05:00 Uhr aus den Hotels abgeholt und hier hochgefahren. Die Strecke ist für die Passagiere der Busse aber auch kein Spaß. Wir sehen am Straßenrand auch Busse, die anhalten damit ist der ein oder andere Passagier in die Natur übergeben kann. Solltet ihr solch eine Tour mit dem Ausflugsbus vorhaben, nehmt Medikamente geben Reise-Übelkeit mit.
Vor Ort dann ca. Null Grad Celsius. Auf der Scheibe und auf den Tankrucksack meines Motorrades bildet sich Eis. Das Navi, hier im Eingangsbereich der Geysire, zeigt 4.317 Meter Höhe an. Die letzten 20 km der Strecke waren für mich so anstrengend, dass ich keuchend am Eingang der Geysire ankomme. Ich benötige erstmal zwei Minuten bis ich vom Motorrad absteigen kann. Die Hände sind so eiskalt das ich die Handschuhe ausziehe und mir die Hände am warmen Motorblock wärme. Ein Angestellter kommt zu mir und fragt ob es mir gut geht, ob ich Probleme beim Atmen hätte. Mittlerweile geht es, wäre er vor fünf Minuten zu mir gekommen, hätte er aus Sorge vermutlich gleich einen Arzt gerufen oder ein Sauerstoffgerät geholt. Nach ca. 10 Minuten sind Thomas und ich soweit „erholt“ dass wir unsere Besichtigung starten können. Die Luft ist allerdings so dünn, dass wir beide leichte Kopfschmerzen haben und recht kurzatmig unterwegs sind.
Wir laufen zwei Stunden herum, wobei das laufen hier in der dünnen Luft anstrengend ist. Gegen 10:00 Uhr treten wir den Rückweg an, auch im hellen ist die Strecke, zurück nach San Pedro de Atacama, herausfordernd. Auf dem Rückweg zeigt mein Navi dann 4.343 Meter an. Mein persönlicher Höhenrekord. Höher war ich bisher nie mit einem Fahrzeug unterwegs. Mal zum Vergleich: Der höchste befahrbare Pass der Alpen ist der Col der IÍseran mit 2770 Metern. Gegen Mittag sind wir wieder im Hotel und müssen uns erstmal kurz hinlegen. Wir sind beide „schlag kaputt“.
Am Nachmittag gönnen wir uns noch ein wenig Erholung, wir besuchen die „Termas de Puritama“. Die „Termas de Puritama“ sind acht heiße Thermalbecken die in einen Flusslauf integriert sind. Die Anlage liegt in einer Schlucht ca. 30 km von San Pedro de Atacama entfernt. Auf ca. 3.500 Metern Höhe bietet das das ca. 25–33 °C warme Wasser ein entspannendes Badeerlebnis inmitten der Wüste. Unbedingt reservieren, es gibt jeweils einen Badezeitraum vormittags oder nachmittags. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aktuell ca. 35 Euro pro Person. Mein persönliches Fazit zu den Thermen: schön in der Natur gelegen, aber leider ist das Wasser nicht ganz so heiß, wie z.B. „Liard Hot Springs“ in Kanada oder “Chena Hot Springs“ in Fairbanks/Alaska. Diese beiden genannten Quellen sind weiterhin meine Favoriten auf meinen bisherigen „Amerikas“-Touren.
Der bisher anstrengendste Tag der Reise geht zu Ende….
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