Samstag, 24. Januar 2026

Tag 8 => Die Wüste lebt! => rund um den „Salar de Atacama“

Samstag, 24.01.26
gefahrene Kilometer: 200 km


Ab heute Nachmittag soll es wieder regnen. Daher legen wir unsere Ausflüge heute überwiegend in den Vormittag. Um 08:30 Uhr rollen wir. Wir verlassen das 2.000 Einwohner Kaff San Pedro de Atacama. Warum Kaff? Sorry, auf mich wirkt der Ort überhaupt nicht, die Straßen des Ortes bestehen aus Sand, insgesamt wirkt der Ort auf mich irgendwie etwas dreckig und unaufgeräumt. Auf keinen Fall wie ein Touristenort. Hier kommen im Prinzip die Reisenden nur hin, um von hieraus Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen. Unsere Hotelanlage ist gut, der Ort selbst bietet, meiner Meinung nach, nichts.

Kurz hinter dem Ort wird aus der asphaltierten Straße eine breite Schotterpiste. Der Regen des gestrigen Tages hatte insofern Vorteil, dass die Pisten feucht sind uns es nicht staubt. Wir fahren zuerst zur Laguna Piedra, einem kleinen See, der salzbaden erlaubt. Der Salzgehalt beträgt über 40%, man liegt wie ein Korken, ähnlich dem Baden im Toten Meer, im Wasser. Leider wird aus dem Erlebnis heute nichts, die Badestelle ist ganztägig geschlossen. Man erklärt uns vor Ort, dass das mit dem Regen gestern zu tun hat. Genaueres erfahren wir nicht. Es wird nun dringend Zeit den Pullover unter der Jacke auszuziehen. Heute früh war es leicht frisch, aber nur ca. eine Stunde später brennt die Sonne schon wieder mit knapp 30 Grad.

Neben der Strecke sind saftig grüne Büsche und Gräser. Die Wüste lebt! Sicher ein seltener Anblick den wir hier und heute erleben dürfen. Wir fahren weiter. Links von der Straße begleitet uns eine schneebedeckte Bergkette, der höchste Berg, der 5.919 Meter hohe Vulkan „Licancabur“ sticht dabei besonders hervor. Wir fahren ca. 50 km weiter nach Süden und erreichen den „Lago Chaxa“. Der Salar de Atacama ist in Gänze kein Nationalpark, nur einzelne Zonen sind als Schutzzonen ausgewiesen und gehören zum „Reserva Nacional Los Flamencos“. Der Salar ist ca. 3.000 km2 groß. In der abflusslosen Senke sammelt sich das Wasser von zahlreichen unterirdischen Zuflüssen und verdunstet dort. Zurück bleibt an der Oberfläche eine stark salzhaltige Schicht, die aber im Salar de Atacama an den meisten Stellen mit Lehm vermischt ist und daher nicht „blendend weiß“ ist. Übrigens lagern im Salar de Atacama ca. 25% der weltweiten Lithiumvorkommen.

Am „Lago Chaxa“ müssen wir, das erste Mal auf unserer Reise, eine Eintrittsgebühr bezahlen, ca. 13 Euro pro Person. Nun ja, die Gemeinde hier braucht ja auch ein paar Einnahmen und sollte daher auch etwas vom „Touristen-Kuchen“ abbekommen. Ich finde den Preis daher ok. Bevor wir über den kleinen Rundweg starten werden wir noch von den Rangern ermahnt, dass wir eine Mütze tragen sollten und Sonnencreme verwenden sollen. Machen wir! Wir laufen ca. eine Stunde herum und schauen uns Salzkristalle, aber vor allem die Flamingos, für dieser Ort bekannt ist, an. Die Sonne brennt, ich freue mich auf den Fahrtwind. Wir fahren noch einmal an eine Stelle, die heute ebenfalls noch geschlossen war, wir wollen zu den „Ojos del Salar“ sowie der Lagune Tebinquinche. Beides ist über einen Weg gemeinsam zu erreichen. Nach ca. 20 km Schotterstrecke, die stellenweise übel matschig ist und mich oftmals ins Schlingern geraten lässt, erreichen wir die „Ojos“ (spanisch für „Augen“). Auch hier wieder: 6 Euro Eintritt pro Person. Nun ja, im Grunde zwei kleine Süßwasserseen mit geschätzt ca. 50 Meter Durchmesser. Nicht sonderlich spektakulär (…übrigens darf man hier nicht baden, manche Reiseführer schreiben, dass das erlaubt sei…definitiv nicht!). Weitere ca. 5 km Fahrt erreichen wir die schneeweiße Laguna Tebinquinche. Hier ist das Salz dann wirklich schneeweiß an der Oberfläche zu sehen. Lange können wir uns am Anblick allerdings nicht erfreuen. In der Nähe zucken schon wieder Blitze und dunkle Wolken ziehen über unserem Köpfen zusammen.

Wir müssen zurück und geben etwas mehr Gas. Wir müssen wieder an den, eingangs beschriebenen, matschigen Stellen auf der Piste vorbei. Dieses Mal erwischt es mich. Ich fahre grob nur Schritttempo, aber mein Vorderrad verliert die Haftung und ich falle, bzw. rutsche auf die rechte Seite. Die prall gefüllte Tanktasche fängt den Sturz ab, das Motorrad liegt nicht mal auf dem Lenkerende, geschweige denn auf dem Sturzbügel. Nichts passiert, das Schlimmste ist der Matsch in dem ich nun liege und der, wenn er getrocknet ist, nur sehr schwer wieder zu entfernen ist. Jetzt noch schnell tanken im Ort und zurück zu unserem Hotel, der Himmel ist mittlerweile lila. Auf dem Parkplatz des Hotels gibt es einen Wasserschlauch, wir spritzen Mensch und Maschine ab, leider läuft mir dabei das Wasser literweise in meinen rechten Stiefel, aber was solls, muss sein, der Matsch ist übel. Als wir fertig sind, fängt es an zu Gewittern. Punktlandung. Das Gewitter ist nur kurz, nach 30 Minuten ist es schon wieder gut warm draußen, so dass wir unsere, nun nassen, Motorradklamotten auf dem Motorrad zum Trocknen drapieren können. Den Rest des Nachmittags verbringen wir in der Hotelanlage, es gibt kostenlosen Kaffee an der Rezeption, das passt.

Am Abend gehen wir in die Stadt bzw. was wir für die Stadt halten. Der Ort ist übersichtlich, es gibt allerdings einige Restaurants und Kneipen. Die nicht asphaltierten Straßen sind matschig vom Regen. Im Prinzip habe ich nun die Wahl zwischen Badelatschen oder nassen Motorradstiefeln, da ich mir auf keinen Fall meine normalen Schuhe versauen möchte, die brauche ich noch in den nächsten Tagen bzw. für die Rücktour. Ich entscheide mich für die Motorradstiefel. Mal sehn was der Abend noch so bringt….

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