Montag, 26.01.26
gefahrene Kilometer: 200 km
Heute ist der Tag der „geplanten“ Trennung von Thomas und mir. Thomas wollte heute, über die Anden, nach Argentinien fahren, meine Pläne führen mich weiter nach Norden. Allerdings wird aus den Plänen von Thomas nichts. Mehrere Andenpässe sind aufgrund Schneefalls gesperrt, zusätzlich regnet es auf der anderen Seite der Anden, in Argentinien, heftig. Thomas baut seine Pläne um und bleibt noch einen Tag länger in San Pedro de Atacama. Diesen Luxus kann er sich leisten, da durch seine Planänderung, in Chile zu bleiben und nicht nach Argentinien rüber zu fahren, in den nächsten Tagen weniger Kilometer auf dem Plan stehen.
Mein Plan bleibt bestehen, ich fahre heute ca. 100 km zurück nach Calama und schaue mir die dortige Kupfermine an. Die Mine Cuquicamata ist die größte Kupfermine der Welt, Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt. Ich habe mich schon vor mehreren Wochen zu dieser Tour heute angemeldet. Die Touren sind kostenlos, beliebt und oftmals schon Wochen vorher ausgebucht.
Treffen ist in Calamata in Besuchszentrum des Minenbetreibers „Codelco“.Nach kurzer Einweisung, Ausgabe von Helm und Warnweste und Erklärung der Regeln die wir zu beachten haben, steigen wir in einen großen Bus und fahren nacheinander vier Stopps ab. Der imposanteste Stopp ist direkt am Tagebau. Das "Loch" der Mine (Tagebau) Cuquicamata ist 6,5 km lang, 3,5 km breit und 1,1 km tief. 12.000 Arbeiter fördern hier 190.000 Tonnen reines Kupfer pro Jahr.
Interessant auch der "Lost Place" auf dem Minengelände: Eine komplette Stadt (incl. Theater, Krankenhaus, Kirche, Banken, Hotel, etc.) in der 25.000 Menschen (...die Arbeiter und ihre Familien) bis 2007 gelebt haben. Aufgrund zunehmender Vergiftung der Umgebung durch Staub der umliegenden Abraumhalden wurde die Stadt bis 2007 komplett geräumt und die Bewohner in das nahe gelegene Calama umgesiedelt.
Nach ca. drei Stunden ist die Besichtigungstour beendet und unser Bus trifft wieder im Besucherzentrum ein. Ich fahre die 100 km wieder zurück nach San Pedro de Atacama zurück und bin gegen 16:30 wieder im Hotel. Ich lasse den Nachmittag bei einem Kaffee auf der Hotel-Terrasse entspannt ausklingen und treffe hier auch meinen Mitfahrer wieder. Thomas war heute hier in der Gegend, im „Valle de la Luna“ unterwegs. Am Abend gehen wir zum letzten Mal in die kleine und staubige (die Straßen sind nicht befestigt oder gepflastert) Stadt. Morgen brechen wir, nach nun vier Nächten hier vor Ort, dann von hier auf und fahren weiter.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hallo und willkommen in meinem Blog. Ich freue mich auf deine Hinweise/Fragen/Anmerkungen.
Danke und Gruß. Frank