gefahrene Kilometer: 0 km
In den letzten Wochen habe ich mich, wie immer, auf die Tour vorbereitet. Wobei die Strecke und die dazu gehörigen Hotels schon vor Monaten geplant wurden. In den letzten Wochen war meine Hauptaufgabe dann, diverse Packlisten und Notizzettel der letzten Touren zu checken und auf dieser Grundlage zu entscheiden, was den in die Koffer „darf bzw. muss“. Das ist jetzt die 10. Motorradreise im Kontext " zwischen Alaska und Feuerland", daher sollte mir diese Aufgabe eigentlich leichtfallen, aber ich habe mir noch vor keiner Reise so einen Kopf gemacht welche Motorradjacke ich während der Reise anziehe. Tagsüber wird es um die 30 Grad. Morgens, wenn wir sehr früh zu unseren Tageszielen aufbrechen, kann es unter null Grad sein. Da habe ich nun sieben Motorradjacken im Schrank für " brettheisses bis eiskaltes Wetter" aber weiß nicht was ich anziehen soll. Im Ergebnis habe ich noch wenige Stunden vor der Abreise noch einmal „Modenschau“ zuhause gespielt und mich erst kurz vor Abfahrt dann endgültig für das (hoffentlich) passende Modell entschieden. Ob ich auf das richtige Pferd bzw. die richtige Jacke gesetzt habe, werde ich dann allerdings erst vor Ort merken.
Wer hätte das gedacht, die Zeit seit meiner letzten Motorrad-Reise verging doch (gefühlt) recht zügig. Gestern dann noch ein ziemlich aufwendiger Zahnarztbesuch (Vollkornbrötchen, Zahn zerbröselt, Puh, gut das das nicht im Urlaub passiert ist…was bin ich erleichtert das das noch „repariert“ werden konnte) aber nun geht es los:
Staub. Trocken. ATACAMA!
Diesmal ist, für die Anreise zum Flughafen Hamburg, die Bahn das Mittel der Wahl. Das hat mir allerdings in den letzten zwei Wochen echt schlaflose Nächte bereitet. Letztes Wochenende war der Norden Deutschlands von heftigem Schneefall betroffen, es lag soviel Schnee wie seit 15 Jahren nicht mehr. Prompt wurde auch, am besagten vorherigen Wochenende, der Zugverkehr in Norddeutschland komplett eingestellt, am Hamburger Flughafen sind zig Flüge ausgefallen. Ich wäre an dem besagten Wochenende niemals zu meinem Flieger gekommen (wenn der denn geflogen wäre). Nun, nur ein Wochenende später ist der Schnee wieder weggetaut und der Bahnverkehr rollt wieder annähernd (natürlich mit den üblichen Verspätungen die man mittlerweile ja fest einplanen muss) normal. Ich starte früh morgens am Bahnhof meines Heimatortes Helmstedt. Die Anreise war etwas mühsam, da ich zwei Gepäckstücke á 23 kg dabeihabe. Wie immer, wenn ich ein Motorrad neu übernehme, bzw. ausrüste, habe ich einen zusätzlichen Koffer voll Motorradspezifischer Dinge dabei. In diesem Fall eine Tankrucksack, eine höhere Sitzbank, eine Tourenscheibe, eine Grundausstattung an Werkzeug, Packtaschen und eine Grundausstattung an Improvisationsmaterial. Was ich diesmal nicht dabei habe ist eine Campingausstattung, da ich in Südamerika aus persönlichen Sicherheitsgründen auf Hotels setze (die übrigens in Südamerika auch relativ preiswert, zumindest preiswerter als in den USA und Kanada, sind). Wolfgang, mein „Motorrad-Teilungspartner“, wird bei seiner nächsten Anreise nach Chile dann eine zusätzliche Campingausstattung mit „rüber“ bringen. Wolfgang campt gern, bevorzugt „wild“
Ich komme gegen 12:00 Uhr mittags am Flughafen Hamburg an. Ich hatte für meine Bahnanreise drei Stunden Reserve eingeplant, Boarding ist gegen 15:00 Uhr, ich kann es also gemütlich angehen lassen. Ich fliege heute das erste Mal mit IBERIA (Hamburg-Madrid) bzw. LATAM (Madrid-Santiago de Chile). Ich hätte auch ab Berlin oder Frankfurt nach Madrid fliegen können, allerdings haben die Flüge von dort nur jeweils 90 Minuten Umsteigezeit in Madrid und da ich gern MIT Gepäck ankomme, habe ich diesmal auf drei Stunden Umsteigezeit gesetzt, um dem Gepäck mehr Zeitreserve für das Umladen zwischen den Flugzeugen zu geben. Nach drei Stunden Flug ab Hamburg setzt der Airbus A320 sanft in Madrid zur Landung an. 4 Grad Celsius, leichter Regen. Ich dachte hier, im Süden Europas, wäre es schon etwas wärmer als bei uns zu Hause. Ich niste mich am Flughafen Madrid für ca. zwei Stunden auf einer Sitzecke bei einem bekannten „Burger-Brater“ ein, schreibe ein paar Zeilen für diesen Tagesbericht und begebe mich dann zum Gate, zu meinem „LATAM-Flieger“
Übrigens: LATAM ist die größte Fluggesellschaft Südamerikas, ich habe bereits gute Erfahrungen mit dieser Fluggesellschaft auf kürzeren Strecken in Südamerika sammeln können, daher war LATAM dieses Mal meine Wahl. Diese Kombination biete bietet nämlich einen entscheidenden Vorteil: IBERIA bzw. LATAM fliegen direkt, ohne Umstieg, von Europa nach Chile. Bei den anderen bekannten Airlines ist auf dem Hinweg in Südamerika meist ein Umstieg notwendig und darauf hatte ich diesmal keine Lust, auch wenn der Direktflug eine Flugzeit von ca. 13,5 Stunden bedeutet. Die Nacht verbringe ich hoch über dem Atlantik…
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