Nun könnte man sich natürlich fragen: Warum verschiffen wir das Motorrad nach Chile und fahren es anschließend nach Uruguay? Warum nicht gleich nach Uruguay? Die Antwort liegt unter anderem im Transport. Von Hamburg aus gibt es einen regelmäßigen Sammelcontainerdienst für Motorräder nach Valparaíso/Chile. Unser Motorrad-Spediteur (…der Olaf aus Hamburg) ist eine „feste Größe“ im Motorrad-Transportbusiness und sollte jedem in „der Szene“ bekannt sein. In diesen Containern werden ausschließlich Motorräder transportiert. Das macht die Abwicklung einfach: Motorrad in Hamburg abgeben, fertig. Eine eigene Transportkiste muss nicht gebaut werden, und das Motorrad muss nicht aufwendig mit anderen Waren in einem normalen Überseecontainer verstaut werden. Ein vergleichbarer regelmäßiger Sammeltransport von Hamburg nach Montevideo/Uruguay steht uns für diesen Zweck nicht zur Verfügung. Ein individueller Transport nach Uruguay wäre deshalb deutlich aufwendiger und nach unserer Kalkulation nahezu doppelt so teuer gewesen. Zusätzlich wäre eine spezielle Transportkiste für das Motorrad notwendig geworden. Das eingesparte Geld wollen wir deshalb nicht in Transport und Verpackung stecken, sondern in die Reise selbst. Ein weiterer Grund für Überführung des Motorrades von Chile nach Uruguay ist vor allem zollrechtlicher Natur. Uruguay ist das einzige Land in Südamerika, in dem unser Motorrad nach den für uns relevanten zollrechtlichen Regelungen bis zu zwölf Monate stehen bleiben kann, ohne dass wir als Besitzer dauerhaft im Land sein müssen. In Chile hingegen beträgt diese Frist lediglich 90 Tage.
Ab dieser Reise wieder dabei ist Olli, der mich schon bei anderen Reiseabschnitten begleitet hat. Olli hatte noch eine etwas ältere, wenig genutzte BMW 800 GS im Stall stehen. Diese wurde ebenfalls, zusammen mit „Miss Wong“ in den Container „gesteckt“ und die 800GS soll nun auch die nächsten Jahre Südamerika bereisen. Die Abgabe unserer Motorräder erfolgte ca. zwei Wochen vor der Schiffsverladung in Hamburg. Olli ist im Besitz eines geräumigen Transporters, da passten unsere beiden Moppeds hervorragend hinein. Natürlich hätte auch eine Anreise nach Hamburg auf „eigener Rille“ (wir wohnen nur ca. zwei Auto-Stunden von Hamburg entfernt) funktioniert, aber so war die Abgabe sehr bequem für uns.
Der Abschnitt 7b wird eine sehr kurze Reise werden und dient nur der Überführung unserer beiden Motorräder von Valparaiso in Chile nach Colonia del Sacramento in Uruguay. Warum der Aufwand? Aus einem reinen Überführungstransport wird so eine Woche Motorradfahren, tolle Landschaften erleben und nebenbei eine Überquerung der Anden.
Moment mal? Der interessierte Leser wird sich jetzt evtl. wundern und sich fragen: „Frank hat doch schon eine CFmoto 450MT in Chile (mit chilenischen Kennzeichen) gekauft, warum den nun noch ein weiteres Motorrad nach Chile verschiffen?“ Dazu benötigt es natürlich eine Erklärung meinerseits, ich zitiere dazu einen Satz aus dem Intro der Letzen Reise:
…Einzige Regel, die den Käufer bzw. mich bei meinen weiteren zukünftigen Plänen etwas ausbremst: Das chilenische Motorrad darf das Land zwar verlassen muss aber spätestens nach 6 Monaten wieder in Chile sein, sonst gibt es „Mecker“ bzw. Strafe vom chilenischen Zoll…
Damit ist schon alles gesagt, für jemanden der seine Reise(n) unterbrechen möchte und das (chilenische) Motorrad dann bis zu einem Jahr, bis zum Start eines weiteren Reiseabschnittes, in anderen Ländern einlagern möchte bzw. muss, ist diese chilenische Zoll-Regel nicht zu erfüllen. Ich habe nun etwas länger überlegt, wie ich diese „Misere“ am besten austricksen kann. Im Ergebnis habe ich mich mit meinem Motorrad-Teilungspartner Wolfgang geeinigt, das Wolfgang die Chilenische 450MT („Mei Li“) demnächst komplett übernehmen wird. Die chilenische 450MT wird 2027 noch einmal von mir bewegt (Chiles Mitte, Abschnitt 7c) dann werden die Papiere von Martin (unseren Kontakt in Santiago de Chile) von meinem Namen auf Wolfgang umgeschrieben. Das ist wichtig, da Wolfgang weiter nach Bolivien und Peru reisen möchte, es gibt aber oft Einreise-Stress, an den Grenzen der beiden Länder, wenn der Fahrer nicht in den Papieren der Maschine steht. Das Risiko der Einreise-Verweigerung wollen wir nicht eingehen, daher die Umschreibung der Papiere auf Wolfgang.
Fehlt noch das Motto für diese Reise. Ich habe mich dieses Mal für das Motto:
QueroLAND! Entschieden. Einmal quer durch Südamerika….
Das Containerschiff „Maersk Bogor“ hat mittlerweile, mit unseren Motorrädern an Bord, den Hamburger Hafen verlassen. Unsere Motorradtour ab Valparaiso/Chile startet Ende Oktober 2026.
