Dienstag, 27. Oktober 2026

Tag 3 => Alles zurück auf Anfang => ganztägig Los Andes (und Umgebung)

Dienstag, 27.10.26
gefahrene Kilometer: 80 km

 



Der frühe Morgen beginnt für mich mit einer ordentlichen Portion Nervosität. Schließlich beschäftigt mich nur eine Frage: Wann wird der derzeit noch geschlossene Paso Los Libertadores endlich wieder geöffnet? Der Jetlag steckt mir, wie bei solchen Reisen in den ersten Reisetagen bei mir üblich, zusätzlich noch in den Knochen. So sitze ich bereits um fünf Uhr morgens in der Hotellobby und genieße den ersten (kostenlosen) Kaffee des Tages. Olli schläft zu diesem Zeitpunkt noch, und ich nutze die Ruhe, um meine Gedanken zu sortieren und die Reiseeinträge der vergangenen Tage nachzuholen. Gegen kurz vor sechs Uhr gesellt sich dann auch Olli zu mir. Ab sechs Uhr gibt es Frühstück. Doch so richtig bei der Sache sind wir beide nicht. Unsere Aufmerksamkeit gilt vielmehr den angekündigten Informationen der zuständigen Behörden. Gegen acht Uhr soll es eine neue Meldung zur Situation am Pass geben. Die Spannung steigt.

Vom Frühstücksraum unseres Hotels aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Anden – genau auf die Berge, die wir auf unserer Motorradreise überqueren müssen. Der Himmel beginnt langsam aufzureißen, das Blau setzt sich immer mehr durch. Wir können die Berge nun deutlich sehen, die Wolkendecke löst sich langsam aber stetig auf. Das sieht vielversprechend aus, doch schönes Wetter allein bedeutet natürlich noch lange nicht, dass die Passstraße heute tatsächlich freigegeben wird. Dann, gegen halb neun, kommt endlich die erhoffte Nachricht: Der Paso Los Libertadores ist wieder geöffnet! Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken. Die Freigabe gilt zunächst nur für den Verkehr aus Argentinien in Richtung Chile. Für uns, die wir von Chile aus nach Argentinien fahren möchten, heißt es also weiterhin warten. Laut der veröffentlichten Mitteilung soll die Strecke für alle Fahrzeuge ab Mittwochmorgen, dem 28. Oktober, um vier Uhr auch in der Gegenrichtung freigegeben werden. Damit gibt es endlich eine konkrete Perspektive für unsere geplante Andenüberquerung. Ganz in trockenen Tüchern ist es für uns zwar noch nicht, aber die Hoffnung ist zurück.

Da wir heute ohnehin nicht mehr über den Pass fahren können, wollen wir den restlichen Tag nicht einfach im Hotel verbringen. Also beschließen wir, wie ursprünglich geplant, aufzubrechen und zum rund 30 Kilometer entfernten Checkpoint zu fahren. Dort wollen wir uns bei den zuständigen Offiziellen persönlich vergewissern, dass die angekündigte Öffnung am nächsten Morgen tatsächlich für uns Motorradfahrer gilt. Denn eine wichtige Frage bleibt: Dürfen morgen wirklich alle Fahrzeugtypen den Pass benutzen? Gerade bei winterlichen Straßenverhältnissen kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Fahrzeuggruppen ausgeschlossen werden oder Schneeketten vorgeschrieben sind. Für uns Motorradfahrer wäre das natürlich ein entscheidender Punkt. Die Fahrt zum Checkpoint wird zu einer wunderschönen kleinen Tour. Etwa eine Stunde lang geht es durch eine kurvenreiche Landschaft. Über uns spannt sich ein blauer Himmel, und im Hintergrund erheben sich die schneebedeckten Anden. Auch wenn wir unser eigentliches Tagesziel – die Überquerung des Passes – noch nicht erreichen können, genießen wir diese Fahrt durch die beeindruckende Bergwelt. Am Checkpoint angekommen, treffen wir auf einige dort wartende brasilianische Motorradfahrer. Wir kommen ein wenig ins Gespräch, so gut es eben möglich ist. Außerdem gönnen wir uns am dortigen Imbiss einen Cappuccino aus dem Automaten. Der ist zwar ziemlich überteuert, aber in dieser Situation nimmt man, was man bekommt. Vor allem wollen wir Klarheit von den Offiziellen. Und tatsächlich bestätigen sie uns noch einmal persönlich, dass ab morgen früh um vier Uhr die Durchfahrt auch von Chile nach Argentinien für alle Fahrzeugtypen möglich sein soll. Das ist genau die Auskunft, auf die wir gehofft haben. Eine letzte Frage lässt uns allerdings noch nicht ganz los: Wie sieht es mit einer möglichen Schneekettenpflicht aus? Wir haben zwar eine Art Schneeketten für unsere Motorräder dabei – tatsächlich handelt es sich um spezielle Kabelbinder, die für diesen Zweck angeboten werden. Ob diese im Ernstfall wirklich viel bewirken würden, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Ganz ehrlich: Ob sie mehr als eine symbolische Sicherheitsmaßnahme darstellen, darf bezweifelt werden.

Anschließend fahren wir zurück nach Los Andes. Unterwegs wundern wir uns, dass hier auf ungefähr 800 Metern über dem Meeresspiegel sogar Kakteen und Wein wachsen. Das überrascht uns, denn wir hatten die Gegend eher mit langen, bitterkalten Jahreszeiten verbunden. Die Landschaft hält also auch abseits der großen Andenpässe ihre eigenen Überraschungen bereit. Gegen 14 Uhr suchen wir uns erneut ein Hotel. Die beste Wahl ist für uns nach wie vor das Inka-Hotel, in dem wir bereits zuvor übernachtet haben. Also checken wir wieder dort ein und beziehen dasselbe Zimmer wie am Vortag. Am Nachmittag schauen wir uns noch ein wenig in der Stadt um, essen etwas in einem Straßenrestaurant und gönnen uns anschließend etwas Ruhe. Morgen steht uns ein langer Fahrtag bevor, durch die Verzögerung am Pass haben wir inzwischen nur noch zwei Fahrtage, um rechtzeitig nach Buenos Aires zu gelangen. Dort müssen wir am Donnerstagabend die Fähre erreichen. Das bedeutet, dass wir in den kommenden zwei Tagen insgesamt rund 1.500 Kilometer zurücklegen müssen. Ein straffes Programm, das wenig Spielraum für weitere Verzögerungen lässt. Wir setzen nun alles auf eine Karte und hoffen, dass wir morgen früh tatsächlich über den Paso Los Libertadores nach Argentinien fahren können. 

Nach all dem Warten fühlt es sich an, als wären wir wieder ganz am Anfang, doch jetzt gibt es zumindest einen konkreten Plan.

Tag 2=> Drei Probleme sind KEINE Probleme => Motorradabholung + Valparaiso - Los Andes

Montag, 26.10.26
gefahrene Kilometer: 260 km

 



Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Motorradübernahme. Den Termin mit unserem deutschsprachigen Ansprechpartner Ronny haben wir bereits Wochen zuvor genau abgestimmt. Ronny ist in der Motorradreiseszene gut bekannt und übernimmt vor Ort die Koordination der Zollabwicklung, der notwendigen Formalitäten und der Übergabe Unser Zeitplan ist eng, deshalb muss die Abholung an diesem Tag funktionieren. Wir haben schon vorab das passende Containerschiff so gewählt, das laut Fahrplan die Motorräder mindestens 2-3 Wochen vor uns in Valparaiso ankommen. Sicher ist sicher...

Wir verlassen unser Hotel früh und treffen Ronny gegen 9 Uhr am Zollgebäude im Zentrum von Valparaíso. Nach einer kurzen Begrüßung beginnt die Zollbehörde, welche sich direkt an unserem Treffpunkt befindet, mit der Arbeit. Die Bearbeitung der Papiere dauert ca. 45 Minuten. Wir nutzen diese Zeit und gehen gemeinsam mit Ronny, einem seiner Mitarbeiter und Tino aus Chemnitz (Tino holt auch heute sein Motorrad hier ab) in ein Café in der Nähe. Nach ca., 45 Minuten unterschreiben wir unsere notwendigen Zolldokumente im Gebäude des Zolls. Anschließend fährt Ronny mit uns ca. 5 km außerhalb von Valparaiso zu einem großen Gelände, dem sogenannten „trockenen Hafen“. Hier stehen hunderte von Containern und es gibt ein paar Hallen auf dem Gelände. Wir werden wir mit Warnwesten und Helmen ausgestattet, denn nur entsprechend ausgerüstet dürfen wir das umzäunte und bewachte Zollgelände betreten. In einer der Hallen stehen zahlreiche Motorräder. Nach kurzer Suche entdecken wir unsere beiden Maschinen. Ein besonderer Moment, denn Anfang August haben wir die Motorräder in Hamburg abgegeben. Nun, Ende Oktober, stehen sie nach ihrer Reise über den Atlantik hier in Valparaíso vor uns. Bevor wir das Gelände verlassen können, wartet noch einiges an Arbeit.

Auf den Motorrädern befindet sich bereits ein großer Teil unserer Ausrüstung: Kleidung, Motorradbekleidung, Stiefel, Motorradhose, Handschuhe, Werkzeug, Ersatzteile und weitere Dinge. Da wir bei der Anreise bewusst nur das Nötigste im Handgepäck mitgenommen haben, muss jetzt alles sinnvoll verteilt, neu verpackt und für die nächsten Fahrtage vorbereitet werden. Am Ende soll jedes Teil seinen festen Platz haben und während der kommenden Tage schnell erreichbar sein. Die Batterien müssen wieder angeschlossen werden, für den Transport wurden die Batterien abgeklemmt, außerdem befindet sich nur die zulässige geringe Restmenge Kraftstoff in den Tanks. Es gibt einige kleinere Probleme, die wir aber schnell vor Ort lösen können. Ollis Batterie hat während des Motorradtransportes die Befestigungsschrauben der Anschlusskabel verloren und unsere Reifen haben nur noch ca. ein Bar Luftdruck. Wir haben Ersatzschrauben und einen Akku-Kompressor dabei, somit sind die Probleme schnell abgestellt bzw. behoben. Nach rund drei Stunden sind die Gepäcksortierarbeiten und die Zollformalitäten erledigt, Ronny hat sich um die Papiere gekümmert, das Gepäck ist verstaut, wir haben unsere Motorradkleidung angezogen und damit ist auch der organisatorische Teil unserer Anreise abgeschlossen und wir können mit den Motorrädern los.

Gegen 13:00 Uhr kommen fahren wir in Valparaiso los. Zuerst zu einer ca. 10 km entfernten Tankstelle, da die Tanks durch die Vorgaben des Spediteurs nahezu leer sind. Während des Tankens schaue ich auf mein Handy und entdecke das Tino mir geschrieben hat. Tino hatten wir ja bei der Abholung kennengelernt und wir hatten unsere Kontaktdaten ausgetauscht. Das macht sich nun für Tino bezahlt, er schreibt das er ohne Benzin kurz vor der Tankstelle liegengeblieben ist. Kein Problem, wir füllen unsere Ersatzkanister, fahren zurück und bringen ihm Ersatz Sprit. Biker helfen sich natürlich untereinander, hier wird niemand „hängen gelassen“. Wir nehmen an der Tankstelle noch ein gemeinsames kleines Mittagessen ein, dann trennen sich die Wege von Tino uns. Olli und ich fahren die ca. 150 km über die „Routa 60“ nach Los Andes. Die Stadt liegt rund 80 Kilometer nördlich von Santiago de Chile im Aconcagua-Tal auf einer Höhe von ca. 820 Metern über dem Meeresspiegel. Los Andes ist ein zentraler Knotenpunkt für den Transitverkehr zwischen Santiago und Mendoza und ist sozusagen der Eingang zum Gebirgspass von Chile nach Argentinien.

Da es erst früher Nachmittag ist, fahren wir noch etwas weiter als Los Andes. Ca. 30 km hinter Los Andes liegt der Kontrollpunkt zum Pass „Los Liberatores bzw. Christo Redentor“ auf 1.600 Meter Höhe. Hier wird entschieden ob eine Durchfahrt erlaubt ist oder ob an dieser Stelle die Straße gesperrt ist. Der Kontrollpunkt liegt ca. 30 km vor dem Gipfel des Passes. Um es kurz zu machen: der Pass ist heute geschlossen, da auf dem Gipfel es heftig geschneit hat. Wir hatten schon damit gerechnet wollten uns aber an der „entscheidenden Stelle“ selbst davon überzeugen. Wir fahren also zurück nach Los Andes, beziehen ein kurzfristig gebuchtes Hotel (Inca Hotel). Kleiner Trost: wir sind nicht allein. Vor dem Hotel stehen ca. acht weitere Motorräder einer brasilianischen Reisegruppe. Alle wollen „rüber“ nach Argentinien. In ca. 12 Stunden gibt es neue Infos von den Behörden. Wir warten weiter ab….

Montag, 26. Oktober 2026

Tag 1 => START der Tour "QueroLAND" => Anreise Hannover/London - Santiago de Chile

Samstag, 24.10.26 / Sonntag, 25.10.26
gefahrene Kilometer: 0 km




Meine 11. Etappe der Reise von Alaska bis Feuerland beginnt. Oliver und ich fliegen von Hannover zunächst nach London und von dort mit einem Direktflug weiter nach Santiago de Chile. Der Langstreckenflug verläuft etwas holprig, das aktuell über Europa liegende Sturmtief sorgt in der ersten Hälfte des Flugs, von London nach Santiago, für eine „wackelige“ Nacht. Ansonsten läuft aber alles wie geplant. Negativ wäre evtl. nur noch zu erwähnen das wir in London unsere Umsteigezeit für ein Abendessen nutzen wollten und die dort ansässige Fastfoodkette „Five Guys“ von uns 75 (!) Euro für zwei Burgermenüs haben wollte. Nach zweimaligem Nachfragen an de Kasse (ob wir das auch wirklich richtig verstehen) haben wir die Bestellung storniert und haben den Laden wütend wieder verlassen. Das war es aber auch schon mit „besonderen Vorkommnissen“. Neu ist für mich auf dieser Reise, dass ich nur mit einem Rucksack als Handgepäck reise, da ich mein Gepäck incl. Kleidung, etc. zum größten Teil am Motorrad verstauen konnte. Die Vorbereitung dazu hat bereits Wochen vor der Reise begonnen. Wir haben Listen erstellt und genau festgelegt, was auf den Motorrädern verschicken und was wir auf dem Flug benötigen. Nur so lässt sich vermeiden, dass unterwegs wichtige Dinge fehlen. Somit ist nun das meiste „Zeugs“ schon vorab zusammen mit dem Motorrad im Container auf dem Weg nach Chile.

Aufgrund der Zeitverschiebung landen wir einen Tag später, am Sonntag gegen 09:00 Uhr, in Santiago. Die Einreise- und Zollformalitäten sind für mich inzwischen vertraut. Nach zwei vorherigen Reisen durch Chile weiß ich ungefähr, was uns erwartet, und entsprechend zügig, nach ca. 45 Minuten incl. Wartezeit auf Ollis Gepäck, sind die Formalitäten erledigt, wir sind „da“ und stehen draußen vor dem Flughafen. Wie geht es nun weiter? Normalerweise übernehmen wir nach der Ankunft relativ schnell unsere Motorräder. Unsere Motorräder warten dieses Mal jedoch nicht in Santiago auf uns, sondern in Valparaíso. Für uns bedeutet das, dass wir zunächst mit einem Bus von Santiago nach Valparaiso müssen. Vom Flughafen nehmen wir ein Uber-Taxi zum Busbahnhof Pajaritos. Das Terminal liegt nur etwa zwanzig Autominuten vom Flughafen entfernt. Von dort geht es für uns dann mit dem vorgebuchten FlixBus (knapp 5 Euro pro Person für ca. 110 km) weiter nach Valparaíso. Die Reservierung wäre wahrscheinlich nicht zwingend notwendig gewesen, denn die Busse verkehren regelmäßig in kurzen Abständen. Für uns war es dennoch angenehmer, die Weiterfahrt bereits fest eingeplant zu haben. Nach einer Wartezeit am Busbahnhof von ca. einer Stunde (die wir uns mit einem Hot Dog vom Busbahnhof-Imbiss verkürzen) und rund anderthalb Stunden Busfahrt erreichen wir Valparaíso. Am Busbahnhof in Valparaiso nehmen wir erneut ein Uber-Taxi und fahren zu unserem Hotel „Winebox“. Die ungewöhnliche Architektur aus umgebauten Seecontainern war für mich ein Grund, noch einmal (ich war schon mit Thomas im Rahmen der Tour 7a hier) dort zu übernachten. Da Oliver dieses stylische Hotel noch nicht kennt, war mir schnell klar, dass wir auch diesmal dort einchecken werden. 

Wir kommen gegen 14:00 Uhr im Hotel an und haben damit noch den gesamten Nachmittag zur Verfügung. Unser Hotel liegt hoch über der Stadt, sodass wir unseren Stadtrundgang zunächst bergab beginnen. Valparaíso ist durch seine besondere Hanglage geprägt. Die Stadt zieht sich über zahlreiche Hügel, zwischen denen sich enge Gassen, Treppen, Aussichtspunkte und die unterschiedlichsten Häuser aneinanderreihen. Besonders auffällig ist die Street Art, die an vielen Hauswänden und in ganzen Straßenzügen zu finden ist. Dazwischen liegen kleine Cafés, Restaurants und Geschäfte. Auf dem Hauptplatz der Stadt, dem Plaza Sotomayor, angekommen, kauft Olli noch ein altes Valparaiso Nummernschild auf einem Flohmarkt, dann geht es zurück. Für den Rückweg in die Oberstadt nutzen wir dann eine der historischen Standseilbahnen (Ascensor Conception, Baujahr 1883), die zu den charakteristischen Verkehrsmitteln Valparaísos gehören. Wir schlendern weiter durch die Stadt und besuchen das Restaurant „Fauna“ (hier war ich auch schon bei der Letzen Tour und war begeistert von dem Restaurant bzw. dem Ausblick von der Restaurantterrasse) und genehmigen uns ein Abendessen und ein „wir sind angekommen-Bier“.

Nach dem Abendessen geht es zurück in unser Hotel „Winebox“. Die auf dem „Containerstapel“ hoch oben gelegene Dachterrasse ist unser „place to be“ für den heutigen Abend. Von hier oben hat man einen spektakulären Blick über die Hügel von Valparaíso, die Hafenanlagen und den Pazifik. Hinten rechts an der Küstenlinie ist bei guter Sicht „Viña del Mar“ zu erkennen. Die Stadt wird häufig als die „schöne Schwester“ Valparaísos bezeichnet, weil sie im Gegensatz zur stark vom Hafen geprägten Nachbarstadt auch für ihre Sandstrände und den klassischen Badeort-Charakter bekannt ist. Wir quatschen noch ein wenig mit einigen US-Gästen die auch im Hotel wohnen, Olli muss noch DAS Nationalgetränk Chiles probieren (Pisco Sour) und gegen 22:00 Uhr gibt uns die Bedienung den Hinweis das die Bar auf der Terrasse nun geschlossen wird. Somit endet der erste Tag nun für uns, am nächsten Morgen beginnt der Teil der Reise, für den wir eigentlich nach Südamerika gekommen sind: die Übernahme der Motorradäder und die Fahrt nach „Los Andes“ zum Fuß des Passes, über den wir zwingend „rüber“ müssen.

Der Zeitplan ist eng…

Dienstag, 6. Oktober 2026

INTRO Südamerika => Abschnitt 7b. => Santiago de Chile – Colonia del Sacramento/Uruguay



Manche Reisen entstehen nicht allein aus Fernweh, sondern aus ganz praktischen Gründen. So ist es auch bei unserer nächsten Etappe. Meine CFmoto 450MT mit deutschem Kennzeichen („Miss Wong“) soll über den Atlantik – allerdings nicht direkt nach Uruguay (wo wir es für unsere nächsten Etappen „eigentlich“ benötigen), sondern zunächst nach Valparaíso in Chile.

Nun könnte man sich natürlich fragen: Warum verschiffen wir das Motorrad nach Chile und fahren es anschließend nach Uruguay? Warum nicht gleich nach Uruguay? Die Antwort liegt unter anderem im Transport. Von Hamburg aus gibt es einen regelmäßigen Sammelcontainerdienst für Motorräder nach Valparaíso/Chile. Unser Motorrad-Spediteur (…der Olaf aus Hamburg) ist eine „feste Größe“ im Motorrad-Transportbusiness und sollte jedem in „der Szene“ bekannt sein. In diesen Containern werden ausschließlich Motorräder transportiert. Das macht die Abwicklung einfach: Motorrad in Hamburg abgeben, fertig. Eine eigene Transportkiste muss nicht gebaut werden, und das Motorrad muss nicht aufwendig mit anderen Waren in einem normalen Überseecontainer verstaut werden. Ein vergleichbarer regelmäßiger Sammeltransport von Hamburg nach Montevideo/Uruguay steht uns für diesen Zweck nicht zur Verfügung. Ein individueller Transport nach Uruguay wäre deshalb deutlich aufwendiger und nach unserer Kalkulation nahezu doppelt so teuer gewesen. Zusätzlich wäre eine spezielle Transportkiste für das Motorrad notwendig geworden. Das eingesparte Geld wollen wir deshalb nicht in Transport und Verpackung stecken, sondern in die Reise selbst. Ein weiterer Grund für Überführung des Motorrades von Chile nach Uruguay ist vor allem zollrechtlicher Natur. Uruguay ist das einzige Land in Südamerika, in dem unser Motorrad nach den für uns relevanten zollrechtlichen Regelungen bis zu zwölf Monate stehen bleiben kann, ohne dass wir als Besitzer dauerhaft im Land sein müssen. In Chile hingegen beträgt diese Frist lediglich 90 Tage.

Ab dieser Reise wieder dabei ist Olli, der mich schon bei anderen Reiseabschnitten begleitet hat. Olli hatte noch eine etwas ältere, wenig genutzte BMW 800 GS im Stall stehen. Diese wurde ebenfalls, zusammen mit „Miss Wong“ in den Container „gesteckt“ und die 800GS soll nun auch die nächsten Jahre Südamerika bereisen. Die Abgabe unserer Motorräder erfolgte ca. zwei Wochen vor der Schiffsverladung in Hamburg. Olli ist im Besitz eines geräumigen Transporters, da passten unsere beiden Moppeds hervorragend hinein. Natürlich hätte auch eine Anreise nach Hamburg auf „eigener Rille“ (wir wohnen nur ca. zwei Auto-Stunden von Hamburg entfernt) funktioniert, aber so war die Abgabe sehr bequem für uns.

Der Abschnitt 7b wird eine sehr kurze Reise werden und dient nur der Überführung unserer beiden Motorräder von Valparaiso in Chile nach Colonia del Sacramento in Uruguay. Warum der Aufwand? Aus einem reinen Überführungstransport wird so eine Woche Motorradfahren, tolle Landschaften erleben und nebenbei eine Überquerung der Anden.

Moment mal? Der interessierte Leser wird sich jetzt evtl. wundern und sich fragen: „Frank hat doch schon eine CFmoto 450MT in Chile (mit chilenischen Kennzeichen) gekauft, warum den nun noch ein weiteres Motorrad nach Chile verschiffen?“ Dazu benötigt es natürlich eine Erklärung meinerseits, ich zitiere dazu einen Satz aus dem Intro der Letzen Reise:

…Einzige Regel, die den Käufer bzw. mich bei meinen weiteren zukünftigen Plänen etwas ausbremst: Das chilenische Motorrad darf das Land zwar verlassen muss aber spätestens nach 6 Monaten wieder in Chile sein, sonst gibt es „Mecker“ bzw. Strafe vom chilenischen Zoll…

Damit ist schon alles gesagt, für jemanden der seine Reise(n) unterbrechen möchte und das (chilenische) Motorrad dann bis zu einem Jahr, bis zum Start eines weiteren Reiseabschnittes, in anderen Ländern einlagern möchte bzw. muss, ist diese chilenische Zoll-Regel nicht zu erfüllen. Ich habe nun etwas länger überlegt, wie ich diese „Misere“ am besten austricksen kann. Im Ergebnis habe ich mich mit meinem Motorrad-Teilungspartner Wolfgang geeinigt, das Wolfgang die Chilenische 450MT („Mei Li“) demnächst komplett übernehmen wird. Die chilenische 450MT wird 2027 noch einmal von mir bewegt (Chiles Mitte, Abschnitt 7c) dann werden die Papiere von Martin (unseren Kontakt in Santiago de Chile) von meinem Namen auf Wolfgang umgeschrieben. Das ist wichtig, da Wolfgang weiter nach Bolivien und Peru reisen möchte, es gibt aber oft Einreise-Stress, an den Grenzen der beiden Länder, wenn der Fahrer nicht in den Papieren der Maschine steht. Das Risiko der Einreise-Verweigerung wollen wir nicht eingehen, daher die Umschreibung der Papiere auf Wolfgang.

Fehlt noch das Motto für diese Reise. Ich habe mich dieses Mal für das Motto:
QueroLAND! Entschieden. Einmal quer durch Südamerika….

Das Containerschiff „Maersk Bogor“ hat mittlerweile, mit unseren Motorrädern an Bord, den Hamburger Hafen verlassen. Unsere Motorradtour ab Valparaiso/Chile startet Ende Oktober 2026.

Sonntag, 26. April 2026

Zusammenfassung...welche Touren bin ich bisher gefahren bzw was ist in Planung ?

 

Es ist an der Zeit mal einen "Strich" drunter zu machen, was für Touren bezüglich des Gesamziels "von Prudhoe Bay nach Feuerland" schon von mir gefahren sind und welche noch offen sind. Das Hauptziel neben der Strecke war ja meinerseits von Anfang an das Ganze in "arbeitnehmerfreundlichen Etappen" durchzuführen. Was mich übrigens von den meisten Panamericana Fahrern unterscheidet. Die meisten fahren das Ganze in einem Stück in ca. 6 - 12 Monaten....die meisten dieser Fahrer sind aber auch Studenten oder Rentner :-)

Wichtig, auch hier, zu wissen das es neben den "Haupttouren" immer wieder zusätzliche Touren gibt die nicht dem Hauptziel dienen die Strecke möglichst schnell zu bewältigen. Diese Zusatztouren sind mit einem zusätzlichen Buchstaben zur Streckenziffer (a/b) zusätzlich benannt. Diese "a/b-Touren" finden sozusagen als zusätzliches "Bonbon" zu den Haupttouren/Hauptabschnitten statt. Insgesamt werden es von Alaska bis Feuerland sieben Abschnitte plus Zusatztouren  einige Zusatztouren ("a/b"-Reisen) mit gesamt ca. 60.000 km verteilt auf ca. 15-17 Touren

Die Aufzählung ist sortiert nach dem Durchführungszeitraum:

Die Kennzeichnung 1 bezieht sich auf Touren die überwiegend in Kanada stattgefunden haben.
Die Kennzeichnung 2 bezieht sich auf Touren die überwiegend in Mexiko stattgefunden haben.
Die Kennzeichnung 3 bezieht sich auf Touren die überwiegend in Alaska stattgefunden haben.
Die Kennzeichnung 4 bezieht sich auf Touren die überwiegend in den USA stattfinden werden.

Die Kennzeichnung 5 bekommen die Touren in Mittelamerika.

Die Kennzeichnung 6 bekommen die Touren die im NORDEN von Südamerika stattfinden.

Die Kennzeichnung 7 bekommen die Touren im SÜDEN von Südamerika stattfinden.


Abschnitt 1 => Anchorage/Alaska - Vancouver/Kanada
=> Mai/Juni 2018 => 4.500 km
=> mit dem Motorrad Kawasaki KLR 650 => erledigt !

Abschnitt 1a => Vancouver - Banff/Jasper -Vancouver
(Rockies, östlicher "Schmetterlingsflügel" von Vancouver)
=> September 2021 => 2.700 km
=> mit dem Motorrad Kawasaki KLR 650=> erledigt !

Abschnitt 2 => San Diego - Houston- Mexiko City
=> Januar 2022 => 3.700 km

=>
mit dem Motorrad BMW 650 GS Sertao=> erledigt !

Abschnitt 3 => Anchorage/Alaska - Prudhoe Bay/Deadhorse
=> Juli 2022 = 3.900 km

=>
mit dem Motorrad Kawasaki KLR 650=> erledigt !

Abschnitt 1b => Whitehorse/Kanada - große Yukontour - Whitehorse/Kanada
=> August 2022 => ca. 3.000 km
=> mit einem gemietetem Wohnmobil=> erledigt !

Abschnitt 2a => San Miguel de Allende /Mexiko - goße Mexiko Rundfahrt im Nordwesten Mexikos (Kupfer Canyon, Baja California) => März 2023 =>  3.700 km
=>
mit dem Motorrad BMW 650 GS Sertao => erledigt !

Abschnitt 4 => Vancouver - San Diego
=> September 2023 => ca. 3.500 Kilometer

=>
mit dem Motorrad Kawasaki KLR 650=> erledigt !

Abschnitt 3a => Anchorage - Inuvik- Whitehorse
=> Juni 2024  => ca. 5.000 Kilometer
=> mit dem Motorrad " Kawasaki NEU" KLR 650 orange" =>erledigt !

Abschnitt 7 => Puerto Natales (Argentinien) - Ushuaia- Santiago de Chile
=> Februar 2025 => ca. 4.200 Kilometer
=> mit dem MIET-Motorrad" (CFmoto 450 MT / Miete) => erledigt !  

 Abschnitt 4a => Vancouver - Denver
=> Mai 2025 => ca. 3.300 Kilometer
=> mit dem Motorrad Kawasaki KLR 650 (neu: "Lady Orange") => erledigt !  

 Abschnitt 7a => Santiago de Chile - Atacama - Santiago de Chile
=> Januar 2026 => ca. 3.500 Kilometer
=>
mit dem Motorrad "CFmoto 450 MT" =>
 erledigt !  

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 Abschnitt 7b => Santiago de Chile - Colinia del Sacramento (Uruguay) Santiago de Chile
=> Oktober 2026 => ca. 1.500 Kilometer
=>
mit dem Motorrad "CFmoto 450 MT" => in Planung


Zwischenstand April 2026:


- gefahrene Kilometer bisher: ca. 45.000 km während 11 verschiedener Touren/Abschnitte
(davon 42.000 km mit dem Motorrad und 3.000 km im Wohnmobil)

 


 

Montag, 2. Februar 2026

FAZIT zum Reiseabschnitt 7a => Santiago de Chile - Arica

 


Ich möchte an dieser Stelle, wie nach jedem Reiseabschnitt ein persönliches (subjektives) Fazit zur Reise benennen. Die Reihenfolge ist willkürlich gewählt und es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit

Das Motto: Staub. Trocken. ATACAMA! Ich hätte mit allem gerechnet, nur nicht mit REGEN. Die Atacama-Wüste ist einer der trockensten Orte der Welt, es regnet im Durchschnitt 1,3 Tage pro Jahr., 10 Millimeter pro Jahr. In Deutschland regnet es durchschnittlich ca. 800 Millimeter pro Jahr. Wir waren drei Tage in San Pedro de Atacama, an allen drei Tagen hat es geregnet. Zumindest ist es merkwürdig. Allerdings muss man sagen das San Pedro ja nur ein kleiner Punkt in der riesigen Wüste ist, wir sind den Rest der Strecke durch die Wüste gefahren, dort war es wirklich heiß und wirklich auch Staubtrocken. Insofern lasse ich das „Motto“ mal stehen.

Ist „Chile Nord“ langweilig? Ich hatte es ja bereits im „Intro“ geschrieben, die meisten Reisenden die die Panamericana von Nord nach Süd bereisen, lassen den nördlichen Teil Chiles aus. Nahezu alle Reisenden fahren (aus nördlicher Richtung kommend) im Süden Perus nach Bolivien über die Grenze und fahren dann weiter Richtung Süden durch Argentinien (und eben NICHT durch den Norden Chiles) um dann auf ihrer weiteren Reise grob bei Santiago de Chile wieder in Chile einzureisen. Somit verpassen die meisten die Atacama-Wüste in Chile. Der Norden Chiles wird in Reiseberichten des Öfteren, als landschaftlich „öde“ beschrieben wird. Kann ich das so bestätigen? Definitiv nein! Ich fand die Strecke/die Tour nicht langweilig/öde, man muss sich aber im Klaren sein, das man durch weitgehend vegetationslose Landschaften fährt und die Abwechslung in der Ausprägung von verschiedenen Wüstenformen (Stein, Sand, etc.) stattfindet. Ich war in jungen Jahren mit dem Motorrad in Tunesien und fühlte mich, hier in Chiles Norden, teilweise daran erinnert. Wenn man Wüste „mag“ ist die Strecke durchaus sehenswert. Wir hatten auf unserer Strecke tolle Erlebnisse, auch wenn diese nicht immer in der Rubrik „höher, weiter, schneller“ zu finden sind.

Die Highlights: Die Highlights waren u.a. für mich: das Containerhotel in Valparaiso, die Kupfermine Cuquicamata, das Kunstwerk „Mano de Desierto“ (die Hand der Wüste), der Nationalpark „Pan de Azucar“ die Touren rund um den „Salar de Atacama“, die (anstrengende) Tour zu den „El Tatio“- Geysiren und (am letzten Tag) die „lässige“ Atmosphäre am Strand von Arica. Zusätzlich bleibt mir die „Kleidungs-Müllkippe“ in der Nähe von Iquique sicher noch lange im Gedächtnis.

Die Strecke / die Straßen: Dadurch, dass ich ein eigenes Motorrad vor Ort besitze, hatte ich den Luxus, „oneway“ fahren zu können. Die meisten Motorradfahrer, die ich unterwegs getroffen habe, hatten Mietmotorräder. Mit einen Mietmotorrad muss man meistens eine kreisförmige Route wählen an den Startpunkt zurück. Ich erwähne das, da mir der Rückweg nach Santiago so erspart geblieben ist. Die doppelte Strecke durch die Wüste, also von Arica zurück nach Santiago, wäre mir vermutlich dann auch zu wenig abwechslungsreich gewesen. Insofern passte „oneway“ für mich voll und ganz. Die Straßen vor Ort hatten eine durchweg gute Qualität und waren gut fahrbar. Ausnahme bildet die Schotterstrecke zu den „El Tatio“-Geysiren. Die 80 km Strecke waren auf den letzten 30 km sehr anspruchsvoll. Rund um den „Salar de Atacama“ sind die Strecken nahezu ausnahmslos gewalzte Erdpisten bzw. Schotterstrecken, die bei Nässe schnelle „seifig“ werden können.

Das Wetter: Januar ist Hochsommer im Zielgebiet, der Temperaturbereich lag zwischen ca. Null Grad (bei den Geysiren auf ca. 4.300 Metern Höhe) und ca. 30-35 Grad Celsius im Nationalpark „Pan de Azucar“ und im Bereich Iquique bzw. Arica. Es hat an drei Tagen nachmittags (in San Pedro de Atacama) für ca. 30 Minuten heftig gewittert. Zusammenfassend ist es (wieder) eine Herausforderung für einen Temperaturbereich von 0-35 Grad Celsius Motorradklamotten einzupacken, da der Platz im Koffer begrenzt ist. Das Zwiebelprinzip hilft.

Persönliches Fazit: Es war in Summe eine tolle Tour, aber würde ich die Strecke noch einmal fahren wollen? Eher nein. Die Tour ist jetzt die zehnte Reise durch die „Amerikas“ mit dem Motorrad für mich und wenn ich die „leeren“ Gegenden im Norden Chiles mit Chiles Mitte vergleiche, hat mir der Bereich um die „Carretera Austral“ in der Mitte besser gefallen. Die dortige vorhandene Vegetation (vergleichbar mit Österreich bzw. Norwegen) empfinde ich, subjektiv, schöner zu (be)fahren.

Sonntag, 1. Februar 2026

Das (verbrauchte) Budget => wir reden mal (wieder) über Geld

 




Hier, wie immer am Ende einer Reise/eines Reiseabschnitts kommt die Gesamtabrechnung. Was hat mich die Reise gekostet, bzw. mit welchen Kosten müsst ihr bei einer vergleichbaren Reise rechnen. Die Unterteilung der Kosten betrifft die vier Blöcke Unterkunft, Benzin, Sonderausgaben und Ernährung.

Der Flug und das Motorrad sind NICHT mit in der Kostenaufstellung enthalten, da dies den Vergleich verzerren würde. Bei den Flügen kommt es stark darauf an wann ihr bucht und wie oft ihr Lust habt umzusteigen. Die Kosten für das Motorrad sind sehr subjektiv, der eine mietet, der andere bringt sein eigens Motorrad mit. Auch hier gibt es jeweils Preisunterschiede, die einen Vergleich verzerren würden

Fangen wir mit den Kosten für die Unterkünfte an. 12 Nächte in Hotels, davon habe ich drei Nächte die Rechnung allein übernommen, neun Nächte habe ich mir preislich mit Thomas geteilt. Wir haben immer in Hotels übernachtet, bei den Südamerikareisen verzichte ich/verzichten wir, aus Sicherheitsgründen, anders als in Nordamerika, auf Übernachtungen im Zelt. Die Unterkünfte hatten meist mittlere bis gute Qualität, wir hatten meist ein Doppelzimmer mit zwei Betten, ein eigenes Bad war immer dabei. Auch ein Frühstück war fast immer Bestandteil der Buchung. Durch mehrfaches („sportliches“) Umbuchen vor der Reise, wenn sich günstigere Preise bei mindestens gleicher Qualität zu erster Buchung, entwickelt haben, konnte ich einen Durchschnittspreis von ca. 45 Euro pro Übernachtung (pro Person) realisieren.

Thema Benzin: Der Liter Benzin kostet in Chile aktuell ca. 1,25 Euro. Benzin hat im ganzen Land den gleichen Preis, egal an welcher Tankstelle. Der Preis scheint staatlich vorgegeben zu sein, so zumindest meine Beobachtung bzw. Vermurung. Ich bin in Chile ca. 3.400 km während dieser Reise gefahren, die „CFmoto 450 MT“ hat grob im Schnitt 5,5 Liter verbraucht. Für die 3.400 km habe ich somit 187 Liter Benzin verbrannt, im Ergebnis stehen ca. 235 Euro auf der Benzin-Rechnung. Da ich die Durchschnittskosten pro Tag der Reise angebe, rechne ich die An und Abreisetrage und die Tage ohne Motorrad mit. Gesamt also fünfzehn Tage, im Durchschnitt über die 15 Tage sind es somit (gerundet) ca. 15 Euro pro Tag.

Sonderausgaben: Hier sind die Eintrittsgelder für Über-Taxis und diverse Eintrittsgelder und die Autobahngebühr in Chile zu nennen. Hier sind für mich ca. 150 Euro zusammengekommen. Bei 15 Tagen gerundet ca. 10 Euro pro Tag.

Letzter Punkt, wie immer bei meinen Auflistungen, ist die Verpflegung. Vorab der Hinweis, dass wir jeden Tag in Restaurants gegessen haben. Wenn man mit mehreren Personen reißt, so meine Erfahrung, isst man nicht „sparsam“ auf dem Zimmer, sondern geht meistens „aus“. Für diesen Urlaub, incl. Versorgung auf dem Flughafen während der An- bzw. Abreisetage, habe ich ca. 375 Euro ausgegeben, so dass ich hier im Schnitt pro Tag gerundet ca. 25 Euro ansetze.

Macht im Ergebnis ca. 95 Euro pro Tag an Ausgaben über die(se) gesamte Reise.

Ich muss aber dazu sagen das ich bei den anderen Reiseabschnitten allein unterwegs war, das verfälscht das notwendige Gesamtbudget somit ein wenig. Der Preis für die (allein) Übernachtung im Hotelzimmer würde dann im Schnitt um ca. 15-20 Euro pro Tag steigen. Kostensenkend würde bei (m)einer Alleinreise dann aber wirken, dass ich vermutlich das Essensbudget geringer ansetzen würde bzw. könnte. Ich würde dann eine geringere/günstigere Unterkunftsqualität wählen, so dass sich kein höheres Budget pro Tag, als die genannten 95 Euro, ergeben würde. Wenn ich das Hotelzimmer für den gesamten Urlaubszeitraum alleine zahle, bin ich meistens eher gewillt, auf Komfort zu verzichten.

Chile ist in Summe nicht supergünstig, allerdings sind Benzin und die Hotels (je nach Kategorie) vergleichsweise preiswert. Man bekommt Zimmer (sogar Einzelzimmer für eine Person) mit solider mittlerer Qualität (keine Absteigen!) ab ca. 20-30 Euro pro Person und Nacht, gute Qualität bekommt man ab ca. 40-50 Euro pro Person (incl. Frühstück). Wichtig: den „Kassenzettel“ (ja der sieht wirklich aus wie ein Kassenbon vom Aldi) den ihr bei der Einreise an der Chilenischen Grenze bekommt, gut aufheben und beim Hotel Check-in vorzeigen, dann bezahlt man als Tourist (wenn man in Dollar bezahlt) keine chilenische Mehrwertsteuer.

Im „Budget-Fazit“ würde ich sagen, dass ich während dieser Chile-Reise im Groben ca. 20% unter dem Schnitt der Reisen in Kanada/USA/Alaska lag (dort war der Schnitt ca. 120 Euro pro Tag). Nur Mexiko lag (bisher) mit ca. 80 Euro pro Person und Tag drunter. Im Ergebnis war diese, zehnte Motorradreise durch die „Amerikas“, die zweitgünstigste Reise bisher.