Donnerstag, 29.01.26
gefahrene Kilometer: 0 km
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Jetzt bin ich wieder ein normaler Tourist mit kurzer Hose und T-Shirt. Die Motorradklamotten haben vorerst ausgedient bzw. Pause. Der erste Tag in diesem Urlaub wo ich mir kleinen Wecker stelle.
Ich nutze den Vormittag um meine Reisetasche wieder zu entfalten und für den Weg nach Hause zu packen. Die große Reisetasche, ohne festen Taschenboden und ohne Alustange (nur darum ist sie „wickelbar“) zum hinterherziehen, hat mir nun schon mehrfach gute Dienste geleistet. Während der „Motorradphase“ rolle ich die Tasche zusammen und binde diese mit Gurten an den linken Tanksturzbügel. So habe ich immer eine große Reisetasche dabei, die Erfahrung hat gezeigt, dass in diese Art Reisetasche mehr reinpasst, als in die Motorrad-Gepäckrolle. Die Motorrad-Gepäckrolle liegt übrigens bei Ab -und Abreise unten, flach gefaltet, in der Reisetasche. Nachdem alles wieder für den Rückweg „fluggerecht“ verpackt ist, kümmere ich mich darum. wo das Motorrad nach meiner Abreise, verbleiben bzw. stehen darf. Ich muss vier Tage überbrücken. Richtig muss es heißen, WIR müssen vier Tage überbrücken, da ich abreise und Wolfgang vier Tage später hier im Hotel anreißt, um von hier aus mit „Mei Li“ die nächsten zwei Monate und ca. 10.000 km zusammen zu verbringen. Heißt im Klartext: Wolfgang, mein Motorrad-Teilungspartner, übernimmt in wenigen Tagen die „CFmoto 450 MT“ genau in diesem Hotel. Ich frage die Mitarbeiter der Rezeption, ob das Motorrad hier ohne meine Anwesenheit ca. vier Tage stehen bleiben darf bis Wolfgang übernimmt. Die Mitarbeiter wollen das nicht entscheiden und rufen ihren Boss an. Alles gut, das Motorrad darf bleiben, allerdings werden 5 Euro Standgebühr pro Tag berechnet. Das ist fair, das zahle ich gern. Ich dachte erst es wären 50 Euro pro Tag, aber das konnte schnell geklärt werden, meine „ausbaufähigen“ Spanischkenntnisse haben für ein falsches Verständnis meinerseits gesorgt.
Mittlerweile ist es ca. 14:00 Uhr, die Tasche ist gepackt, das Motorrad ist versorgt, der Stellplatz ist geklärt. Nun möchte ich mir noch ein wenig die Stadt anschauen. Ca. 30 Minuten Fußweg und man ist (immer Richtung Hafen gehen) in der Innenstadt. Bereits nach zehn Minuten Fußweg komme ich an einer großen Einkaufsmall vorbei. Die könnte von den Ausmaßen her auch in Europa oder den USA stehen. Ich gehe hinein, checke ein wenig welche Geschäfte es so vor Ort gibt und versorge mich im Essensbereich der Mall mit einem Mittagessen. Auch ein „Lidar“ Supermarkt ist vorhanden. Ich wundere mich über das Markenzeichen des Supermarktes, das kenne ich doch von irgendwo her? Im Supermarkt steht dann auf einigen Waren „Walmart“ geschrieben. Also doch, gleiches Zeichen, anderer Name. Nach der Mittagspause gehe ich weiter in die Stadt, immer an der Wasserseite entlang. Es ist Stau, gut das ich zu Fuß unterwegs bin. In der Stadt ist am Wochenende eine Karnevalsveranstaltung, viele Straßen sind jetzt schon gesperrt, daher auch die Staus in der Stadt. Ich sehe nagelneue, kleine Linienbusse, die deutlich leiser sind, als die kleinen alten Stadtbusse. Des Rätsels Lösung: es sind Elektrobusse, die Busse sind nicht von MAN oder Mercedes, sondern alle von einer Chinesischen Marke, die nicht kenne. Mich beschleicht das Gefühl das europäische Marken mal wieder den Anschluss verlieren, die chinesischen Marken durchdringen den Markt (auch hier) immer mehr. Immerhin ist die alte Dampflok (Baujahr 1924), die in der Nähe des Marktplatzes ausgestellt ist und die früher den Zug die 457km lange Strecke von Arica nach La Paz (Bolivien) zog, in der „Maschinenfabrik Esslingen“ gebaut worden.
Der Hausberg Aricas, der „Morro“ liegt mitten in der Stadt. Man kann dort auf einen Aussichtspunkt hoch, ich bleibe aber unten in der Stadt. Ich gehe über den Marktplatz (Plaza Colon) in Richtung Innenstadt. Am Plaza Colon steht die Kirche „Inglesia San Marcos“. Die Kirche wurde 1875 als Fertigbau-Eisenkonstruktion erreichtet. Die Säulen in der Kirche sind aus massivem Gusseisen. Der Architekt der Kirche, bis dahin eher unbekannt, sollte 14 Jahre durch den Bau eines Turmes weltbekannt werden. Der Name des Architekten? Gustave Eiffel.
Der Rest der Stadt ist schnell durchlaufen. Es gibt eine Hauptstraße, an der links und rechts jede Menge Shops für allerlei Krimskrams liegen, eine kleine Gasse mit Kneipen und Restaurants und die erwähnte kleine Fußgängerzone. Das war es dann auch schon. Ich wollte eigentlich in der Stadt noch einen Kaffee trinken, aber es ist so heiß, dass ich mich auf dem Rückweg wieder in die „gut durchlüftete“ Einkaufsmall rette und dort noch ein Eis esse. Gegen 17:00 Uhr bin ich zurück im Hotel, ich ziehe mich noch kurz um und gehe um Strand, eigentlich entschlossen noch ins Wasser zu gehen. Warum eigentlich? Ich habe dann doch darauf verzichtet. Die Menschen liegen zwar am Strand, aber niemand geht in das Wasser. Ich gehe bis zu den Knien rein, der einzige Badegast neben mir ist ein Pelikan. Ich sehe eine rote Flagge am Haus der Badeaufsicht wehen und beschließe das Wasser zu verlassen. Ich möchte meinen Schutzengel, der letzten zwei Wochen, nicht überfordern und am letzten Tag hier evtl. noch absaufen. Es wird Gründe haben warum die Einheimischen nicht ins Wasser gehen. In Reiseführern habe ich vorab mehrfach gelesen das die Strömungen hier an den Küsten nicht „ohne“ sind.
Ich entscheide mich dann, am letzten Abend, für eine risikoärmere Aktion. Ich gehe in die Sportsbar nebenan, genieße ein letztes eiskaltes Bier, und schaue mir den Sonnenuntergang an. Ich gehe früh schlafen, morgen gegen 05:30 Uhr sitze ich dann im Uber-Taxi zum 17km entfernten Flughafen von Arica. Die 12 Tage vor Ort, davon 10 Tage auf dem Motorrad, waren ereignisreich und sind mal wieder viel zu schnell vergangen. Ich sage an dieser Stelle „Tschüss“, bis zur nächsten Reise, in Südamerika, mit dem Motorrad.
Es folgt, „Budget“ und „Fazit“
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