Montag, 19. Januar 2026

Tag 2 => Santiago de Chile – Motorradabholung Thomas - Valparaiso

Sonntag, 18.01.26
gefahrene Kilometer: 135 km



Nach 13 Stunden setzt die Maschine pünktlich am Flughafen Santiago de Chile auf. Ich konnte einige Stunden in der Nacht schlafen, muss aber gestehen, dass ich sehr froh war, dass ich einen Platz am Gang hatte. Die ersten 2-3 Stunden des Flugs waren zudem sehr kurzweilig, da ich nette Gespräche mit meinem Sitznachbarn Oliver führen konnte. Oliver ist Bergsteiger und ist nach Chile gekommen und mit einem Team gemeinsam den Aconcagua (der sich kurz hinter der chilenischen Grenze in Argentinien befindet) zu besteigen. Der Aconcagua ist der mit 6.962 Metern der höchste Berg außerhalb Asiens. Es war sehr spannend was Oliver aus der Bergsteigerszene berichtet hat, zumal ich mit solchen Themen noch nie in Berührung gekommen bin. Kurz vor der Landung zeigt sich der Aconcagua bei strahlemden Sonnenschein auf der linken Seite unseres Flugzeuges während des Landeanfluges. Die Abwicklung der üblichen Prozesse am Flughafen (Passkontrolle, Gepäck einsammeln, Geldautomat suchen, Handykarte aktivieren) hat ca. eineinhalb Stunden gedauert und verlief reibungslos. Kurz vor der Passkontrolle habe ich dann auch meinen Mitfahrer Thomas wiedergetroffen, der mit der IBERIA Maschine aus Madrid angekommen ist, welche ca. 20 Minuten nach meiner Maschine gelandet ist. Gemeinsam mit Thomas gehe ich zum Flughafenbereich nach draußen, wo die UBER-Taxis abfahren, Thomas fährt von hier zu seinem Motorradverleiher und ich fahre zu Julio, der meine Maschine seit einigen Monaten untergestellt hat. Ich hatte Julio gestern noch informiert, dass ich pünktlich ankommen werde.

Nach ca. 30 Minuten Fahrt erreiche ich die Adresse die mir Julio genannt hat. Das Haus ist durch einen großen Zaun und einen 24 Stunden Wachdienst bzw. einen Objektmanager gesichert. Ich stelle mich also beim Objektmanager vor, dieser ruft Julio in seinem Appartement an…und er erreicht ihn nicht. Merkwürdig, ich hatte mich doch bei Julio angemeldet. Ich rufe Julio per Handy an, als er sich meldet teilt er mir mit, dass es einen Notfall in der Familie gab und er wegmusste, er wurde aber am Abend wieder zuhause sein.

Was nun? Ich rufe Thomas an, er steht gerade beim Verleiher und übernimmt sein Mietmotorrad. Wir diskutieren einige Möglichkeiten und beschließen dann das ich per UBER-Taxi zum Verleiher zu Thomas fahre, ich aber nur das nötigste an Gepäck mitbringe und ich somit mein Gepäck bei Julio bzw. dem Objektmanager der Wohnanlage belasse. Dank google-Übersetzer (der Objektmanager spricht kein Englisch und ich nahezu kein Spanisch) konnte ich meinem Plan nun dem Objektmanager erklären. Nun (wieder) ein UBER-Taxi bestellt und zu Thomas gefahren. Thomas ist bereits mitten in der Übergabe seines Motorrades, wir quatschen noch ein wenig mit Ana, der Chefin des Motorrad Verleihs. Ich habe eine kleine Tasche, mit dem Nötigsten, aus meinem zurückgelassenen Gepäck zusammengestellt. Zusammen mit meinem Rucksack muss das reichen, bis ich mein Motorrad endlich abholen kann.

Wir bepacken die Mietmaschine von Thomas (Kawasaki KLR 650) und machen und auf den Weg in das ca. 135km entfernte Valparaiso. Die Kawasaki fährt mit uns beiden und dem Gepäck an mancher Steigung auf der Autobahn nur noch 100 km/h aber es funktioniert. Wir kommen ohne Ausfälle oder weitere Probleme in Valparaiso an. Hoch über der Stadt liegt unser Hotel das „Winebox Valparaiso“. Das Hotel ist echt stylisch, es besteht ausschließlich aus übereinander gestapelten See-Containern. Der Blick auf die Bucht und den Hafen ist Traumhaft. In unserem Zimmer hängt eine Tasche an der Wand, in der Ferngläser für die Gäste sind. Nettes Hilfsmittel zum „Schiffe gucken“ Keine 100 Meter entfernt ist ein kleines Restaurant, wirkt familiengeführt und hat Wohnzimmer-Charakter. Wir gehen in das Restaurant und für ca. 20 Euro pro Person gibt es leckeren Backfisch inklusive Kaffee und Kuchen. Die Portionen die wir bekommen sind mehr aus ausreichend. Im Gastraum ist ein riesiges Fenster mit erstklassigem Blick auf die Bucht und die Frachtschiffe die dort ankern. Die Hanglange hier in Valparaiso ist wirklich vorteilhaft für den Blick „in die Ferne“

Eigentlich würden wir uns jetzt wieder in unsere Motorradklamotten „werfen“, zurück nach Santiago fahren und mein Motorrad (endlich) einsammeln. Doch daraus wird nichts. Julio hat eben geschrieben das sein „Notfall“ länger dauert und er nicht vor Mitternacht zuhause ist. Na toll! Neuer Abholtermin ist dann morgen früh 10:00 Uhr. Sehen wir es positiv: unser Hotel hat eine Bar ganz oben auf dem Dach, wir haben einen Gutschein für einen Welcome Drink bekommen und wir haben für die ganze Anreisethematik mit Abholung der Motorräder, etc. einen Tag Reserve eingeplant. Gehen wir also in die „Roof-Top Bar“, regen uns nicht auf (wir können es eh nicht ändern) und gehen die Sache etwas relaxter an. Immerhin sind wir am Meer und es sind über 30 Grad. Es gibt schlechtere Orte um einen Tag im Januar bzw. Winter zu verbringen. Gegen 18:00 Uhr öffnet die Hotelbar auf dem Dach unseres Hotels. Da der Anreisetag doch recht anstrengend war und uns noch der Flug in den Knochen steckt, beschließen wir heute nicht mehr in die Stadt zu gehen, sondern in der Dach-Bar den Tag ausklingen zu lassen. Die Entscheidung war genau richtig. Wir treffen dort Oliver, den Bergsteiger, wieder. Oliver hatte sich, auf meinen Hinweis hin, auch hier im Hotel niedergelassen. Da sehr viele Busse regelmäßig von Santiago de Chile aus, hier nach Valparaiso fahren (Fahrpreis für die 135 km ca. 10 Euro) , war Oliver sogar vor uns im Hotel. Gemeinsam genießen wir die Aussicht und einige Kaltgetränke. Die Bar schließt um 22:30 Uhr.

Reicht hin für heute, Gute Nacht!

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