Heute lassen wir es etwas langsamer angehen. Ich montiere noch eine Lenkererhöhung und eine zusätzliche Topcasetasche plus einer Sturzbügeltasche an meinem Motorrad. Ein letztes Frühstück auf der Dachterrasse unseres Hotels in Valparaiso, dann rollen wir gegen 11:00 Uhr aus der Tiefgarage des Hotels. Wir müssen heute nur „ankommen“, größere Stopps stehen nicht im Programmheft des heutigen Tages, daher konnten wir heute mal etwas später losfahren, Zile ist „La Serena“, ca. 430 km nördlich von Valparaiso gelegen. Nach ca. 5 km halten wir kurz in „Vina del Mar“ auch bezeichnet als die „schöne Schwester“ von Valparaiso. Hier gibt es Sandstrände und schicke Hotels, während man in Valparaiso, wegen der ausgedehnten Hafenanlage, nicht an die Wasserlinie kommt bzw. es dort keinen Strand gibt (soweit ich das erkennen konnte). Wir bleiben nur ca. 15 Minuten für einen kurzen Blick, dann geht es weiter. Ich drücke den Startknopf, nichts passiert, die Batterie von „Mei Li“ geht in die Kniee. Das ist jetzt ziemlich doof, aber wir hatten bereits in der Tiefgarage von Julio bemerkt (wir mussten das Motorrad bei der Abholung mit einer Powerbank starten) dass er es mit dem aufladen der Batterie nicht so ernst genommen hat, heißt: er hat sie überhaupt nicht geladen. Kurz warten, noch mal Anlasser Knopf gedrückt, funktioniert. Puuh, Glück gehabt, ich werde das Thema weiter beobachten.
Weiter geht es, die ersten 100km fahren wir eine Art Bundesstraße. Nicht sonderlich attraktiv, Industrie prägt das Landschaftsbild. Nach ca. 100 km wechselt die Landschaft, man kann links das Meer zwischen schroffen Felsen erkennen, die Welen sind derart hoch, das hier an Baden nicht zu denken ist. Zwischen den Felsen sind attraktive Häuser gebaut, alle mit großen Fensterfronten mit Meerblick. Wir würden gern von der Hauptstraße an das Meer abbiegen, aber hier ist alles umzäunt, nahezu alle Häuser sind zu größeren Wohnanlagen zusammengefasst, die ausnahmslos mit Zaun, Tor, Wachschutz und Pförtner bzw. Objektmanager ausgestattet sind. Keine Chance, alles privat hier. Wir wechseln auf die „Routa 5“, der Panamericana. Diese Autobahn ähnliche Strecke führt uns in Richtung Norden, immer am Meer entlang. Die Landschaft wechselt wieder, es wird trockener, gelbe, leicht bergige, Graslandschaften prägen nun das Bild. Wir haben Glück, hier gibt es tatsächlich einige Strandabschnitte, die sogar an der Autobahn ausgeschildert sind und die man auch mit Fahrzeugen anfahren bzw. erreichen kann. Am „Playa Amarillo“ verlassen wir die Autobahn und gehen kurz zum Strand. Der Strand ist riesig, die wenigen Besucher haben jeweils hunderte Meter um ihr Strandhandtuch herum für sich allein. Zwei harte Burschen sind im Wasser. Ich erwähne das, weil die Wassertemperatur (wir haben Hochsommer auf der Südhalbkugel!) hier nur max. 15 Grad beträgt. Nett anzusehen, aber „eisenkalt“. Weiter geht es auf der „Routa 5“. Im Abstand von ca. 100km müssen wir Autobahnmaut bezahlen. Sehr fair, jedes Mal ca. einen Euro für unser Motorrad.
Gegen 19:00 Uhr kommen erreichen wir die Stadt Coquimbo/La Serena. Die Städte sind mittlerweile nahezu zusammengewachsen und haben zusammen ca. 450.000 Einwohner. Wir stehen erstmal im Stau, alle quälen sich durch und in die Stadt. Zwischen den Städten liegt ein ca. 8km langer Sandstrand. Neben „Vina del Mar“ gehören die beiden Städte zu den beliebtesten Badeorten in Chile. Aber nicht vergessen (siehe oben) max. 15 Grad Wassertemperatur! Um 19:30 Uhr beziehen wir unsere heutige Unterkunft. Unser Hotel „Francisco de Aguirre“ ist jetzt nicht unbedingt der „Knaller“, aber es ist günstig, liegt mitten in der Stadt und hat (sehr gut) eine Tiefgarage für unsere Motorräder. Wir gehen noch kurz in die Stadt, essen eine Kleinigkeit und fallen gegen 23:00 Uhr in unsere Betten.
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