Wir verlassen das Hotel und betanken als erste Handlung des Tages unsere Motorräder. Es geht, wie schon gestern, weiter in Richtung Norden. Die ersten ca. 100 km fahren wir auf der „Ruta 5“. Im Unterschied zu gestern sind wir allerdings mautfrei unterwegs. Man zahlt hier nur Gebühr, wenn die Straße vierspurig ausgebaut ist, in dieser Gegend ist die „Ruta 5“ nur zweispurig und vergleichbar einer Bundesstraße bei uns, heißt für uns: kostenlos. Wir durchqueren den kleinen Ort Chanaral, ein Frachtschiff wird dort mit Erz beladen. Man merkt, dass wir mittlerweile in einer Region sind, wo Bergbau eine wichtige Rolle spielt, Straßenschilder verweisen auf Minen und Hafen -und Industrieanlagen. Wir halten in Charanal an, fotografieren ein wenig und sehen zufällig eine Gruppe Seelöwen im Hafen im Wasser. Wir schauen uns das mal näher an. Die örtlichen Fischer filetieren gerade den Fang des Tages und werfen die Fischreste ins Meer, das hat die Seelöwen hierhergelockt, den kostenlosen Imbiss nehmen sie gern an und „räumen auf“.
Weiter geht’s, als nächstes steht der Nationalpark „Pan den Azucar“ auf unserem Tagesprogramm. Einige Einheimische hatten uns darauf hingewiesen das wir hier unbedingt hinfahren sollten, machen wir, für uns ist das kein großer Umweg. Die Straße durch den Nationalpark ist eine gewalzte Erd-Piste, die sehr fest ist, aber glitschig aussieht. Wir fahren vorsichtig, da wir die Haftung der Straße überhaupt nicht einschätzen können. Die Aussicht im Park ist spektakulär, grobes Gestein wechselt sich mit weißen Stränden ab. Ich vermute das der Namensgeber des Parks das braune „knusprige“ Gestein als braune Zuckerkristalle erkannt hat und so auf den Nahmen gekommen ist. Mittlerweile ist es Mittag, die Sonne brennt wieder heftig, wir haben über 30 Grad. Wir entdecken im Park eine kleine Ansammlung von Häusern, ein einfaches Restaurant ist auch dabei. Wir machen eine Pause und essen Fisch mit Reis und Salat. Wir schauen dabei von der „ersten Reihe“ aus direkt auf den Strand. Ein paar Kinder baden, aber man muss hier in der Gegend schon sehr genau wissen wo man ins Wasser geht, die Wellen sind meist sehr heftig und man sieht nur wirklich ganz wenige Menschen im Wasser. Außerdem, wie ja schon erwähnt, sind 15 Grad Wassertemperatur in der Gegend das Maximum. Nach unserer Mittagspause geht es weiter. Wir verlassen die erdige Parkstraße und haben wieder Asphalt unter den Rädern. Der Fahrtwind ist angenehm kühl, wenn man allerdings nicht fährt, schwitzt man schon ziemlich unter der Motorradjacke. Die Gegend wird immer vegetationsloser. Während wir gestern gefühlt im sandigen Tunesien unterwegs waren sind wir heute im steinigen Marokko. Der wind weht stark, allerdings nicht ganz so brutal wie während unserer letzten Tour in Patagonien.
Wir fahren weiter bis auf 2.400 Meter Meereshöhe und stehen dann vor einem Tor. Es ist das Tor des „Paranal Observatoriums“. Wir haben einen Abstecher hierher unternommen, zum aktuell größten optischen Teleskop der Welt. Leider dürfen wir das Gelände nicht befahren, Besucher sind nur samstags erlaubt. An Samstagen gibt es hier, nach Voranmeldung, kostenlose Führungen durch die Anlage. Wir fahren weiter in Richtung Norden und sehen in der Ferne noch einige weitere Observatorien. Chile hat wegen der vorhandenen Trockenheit, der klaren wolkenfreien Himmel und der geringen Lichtverschmutzung sehr viele Observatorien, da dies die besten Bedingungen der Welt für Astronomie bietet.
Der letzte Programmpunkt ist „Mano de Desierto“ (die Hand der Wüste). Ich vermute es ist eines der meistfotografierten Objekte in Chile. Die Skulptur ist 11 Meter hoch und wurde 1992 gebaut. Die Hand mahnt mit den Umweltsünden aufzuhören, damit die Erde nicht zur Wüste wird. Interessant finde ich, dass hier, trotz Hauptsaison sehr wenig los ist. Während unsers ca. einstündigen Aufenthaltes kommen nur eine „Handvoll“ (…der Vergleich musste jetzt sein...) andere Touristen hier an. Zwei andere Autos und ein LKW, mehr nicht. Zweiter Punkt den ich interessant finde, es kostet keinen Eintritt.
Nach ca. einer Stunde Pause nehmen wir die „die Beine in die Hand“ (ok ich verspreche es war der letzte „Hände-Spruch“) und fahren die letzten ca. 75 km nach Antofagasta, unserem heutigen Tagesziel. Der LKW-Verkehr nimmt zu, es ist ziemlich windig. Der Tag war lang, gegen 19:30 Uhr kommen wir in der 350.000 Einwohner Stadt Antofagasta an. Unser Hotel „Geotel Antofagasta“ liegt direkt am Meer, wir haben sogar einen Balkon mit Meerblick. Das Ganze für nur 59 Euro für das Doppelzimmer incl. Frühstück und Tiefgaragen-Parkplatz. Das empfinde ich als ziemlich preisgünstig, generell sind die Hotelpreise (wir haben Hauptsaison!) in Chile relativ günstig, dazu dann aber später im Fazit etwas mehr Info.
Mittlerweile, nach dem Bezug unserer Zimmer, ist es fast 21:00 Uhr, Der Tag war lang, wir beschließen im Hotel zu bleiben und heute nicht mehr auf die „Promenade“ zu gehen. Da es ein ziemlich großes Hotel ist gibt es auch ein Restaurant im Hotel. Für mich gibt es heute Abend noch Salat, Thomas möchte schon seit Tagen Tintenfisch essen, heute soll er diesen bekommen.
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