Samstag, 24. Januar 2026

Tag 7 => Lottogewinn! => Antofagasta – San Pedro de Atacama

Freitag, 23.01.26
gefahrene Kilometer: 360 km




Heute soll es soweit sein, wir wollen das Hauptziel dieser Reise erreichen:
San Pedro de Atacama. Es liegen heute keine größeren Highlights auf der Strecke an, mehr oder weniger ist heute „der Weg das Ziel“. Je näher wir an San Pedro de Atacama kommen, je karger wird die Gegend um uns herum. Gefühlt wächst hier in der Gegend kein Grashalm mehr. Neben der Autobahn bzw. Bundesstraße sehen wir mehrere verlassene Dörfer. Im Prinzip stehen nur noch die Grundmauern. Bei zwei dieser „Dorfreste“ verlassen wir die Hauptstraße und sehen uns ein wenig um. Meist handelt es sich hierbei um verlassene Dörfer und Industrieanlagen die der Gewinnung von Salpeter dienten. Die Blütezeit dieser Dörfer bzw. der Produktion war grob zwischen 1840 und 1930. Die Erfindung von synthetischem Salpeter (bzw. Kunstdünger) führte zum Niedergang der Salpeter-Industrie in Chile.

Wir erreichen Calama. Calama hat ca. 150.000 Einwohner und ist das Bergbauzentrum (Chile ist der größte Kupfer Produzent der Welt) Chiles. Etwas außerhalb, in Chuquicamata (hier nur kurz „Chuqui“ genannt…), liegt die größte Kupfermine (ca. 320.000 Tonnen reines Kupfer pro Jahr) der Welt. Die chilenischen Arbeiter kommen aus allen Landesteilen hierher, um hier gutes Geld zu verdienen. In Calama werden die besten Gehälter Chiles gezahlt. Die Arbeiter wohnen kostenfrei, in Calama gibt es das am besten ausgestattetes Krankenhaus des Landes, es gibt kostenlose Hochschulen für die Kinder. Allerdings ist die Gegend um den Ort nicht von hoher Lebensqualität (es wächst hier nichts, wenn es nicht bewässert wird) geprägt. Früher lebten mehr Menschen im Bereich der Kupfermine, seit 2003 darf aber niemand in der verseuchten Gegend der Mine wohnen, seitdem ist Calama stark gewachsen. Calama gehörte bis 1879 zu Bolivien. Im Salpeterkrieg wurde die Stadt 1879 erobert und gehört seitdem zu Chile. Wir halten an einem Aussichtspunkt der Mine, im Prinzip sieht man aber nur Geröll und riesige Abraumhalden die dank grün (Grünspan) schimmern. Das hier ein „Loch“ des Kupfer-Tagebaus mit fünf Kilometern Länge, drei Kilometer Breite und 1,6 km Tiefe befindet, kann man von hieraus nicht erkennen.

Die letzten ca. 100 km der Strecke liegen jetzt noch vor uns. Wir müssen über einen Pass mit ca. 3.400 Metern Höhe, es wird merklich kühler. Doch was ist das? Ein riesiges Gewitter mit dunklen Wolken braut sich direkt vor und zusammen. Regen? Hier? In San Pedro de Atacama regnet es statistisch nur 1,3 Tage im Jahr, und wir erwischen genau diese Tage? Das man hierher reist und dien Regentag erwischt ist wie ein Lottogewinn! Blitze zucken vor uns, es donnert laut. Wir beschließen kurz anzuhalten damit wir nicht Zielscheibe für die zahlreichen Blitze werden. Es beginnt heftig zu regnen, die Straße ist an manchen Stellen ca. 10 cm überflutet. Jetzt ist Vorsicht angesagt, auf den Straßen liegt Matsch und Geröll, welcher von den Hängen auf die Straße gespült wurde. Wir erreichen gegen 17:00 Uhr unser Tagesziel: San Pedro de Atacama. Die Straßen im Ort sind nicht asphaltiert, der Regen hat die Straßen in matschige und rutschige „Feldwege“ verwandelt. Wir erreichen unser Hotel, die „Ckoi Atacama Lodge“. Hier beziehen wir unser Basislager für die nächsten Tage. Wir schauen uns kurz in der Anlage um und beziehen unser Zimmer, bei den Zimmern handelt es sich jeweils um kleine Bungalows im ursprünglichen Farm-Stil. In der Anlage gibt es eine kleine Herde Lamas, die Anwesenheit der Lamas kann man auch durch das geöffnete Fenster auch riechen.

Schluss für heute, die letzten Tage waren geprägt von wenig Schlaf und langen Etappen. Mal sehen ob wir es in den nächsten 2-3 Tagen etwas entspannter angehen können. Heute essen wir noch im Restaurant in der Wohnanlage, morgen werden wir dann mit unseren Ausflügen in die nähere Umgebung beginnen



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo und willkommen in meinem Blog. Ich freue mich auf deine Hinweise/Fragen/Anmerkungen.
Danke und Gruß. Frank