gefahrene Kilometer: 440 km
Im Ort Huasco kommt dann die ersehnte Tankstelle. Der kleine Ort hat sogar zwei Tankstellen. Die Tankstellen sind sehr voll, da alle Reisenden hier „durch“ müssen, alle müssen hier tanken. Diese beiden Tankstellen ziehen alle an wie die „Motten das Licht“, leider auch mehrere teilweise sehr aufdringliche Bettler und merkwürdige Gestalten. Wir wechseln uns ab mit dem Besuch des Tankstellenshops um Getränke zu organisieren, hier lassen wir die Motorräder, bzw. die aufgeschnallten Taschen, garantiert nicht allein. Die zweite Hälfte unserer Tagesetappe, weitere 200 km, fahren wir auf der landschaftlich schönen „Ruta C-10“, der „Ruta del Desierto“ (Wüstenroute). Die Straße entspricht einer kleinen (asphaltierten) Landstraße, fährt durch Wüstenlandschaften der „Region Atacama“, und führt immer wieder an Stränden und kleineren Orten (die überwiegend aus Ferienhäusern bestehen) vorbei. Die Straße ist sehr abgelegen und einsam, ich sehen auf ca. 150km keine Tankstelle, keine Lebensmittelläden, etc. An manchen Stränden sehen wir vereinzelt Zelte von „Wildcampern“. Die Sonne brennt mittlerweile erbarmungslos mit ca. 35 Grad Celsius. Heute muss somit die mitgebrachte Sonnencreme „ran“. Wir ziehen unsere Jacken aus und gehen ans Wasser. Wir lassen alles am Motorrad (außer Pass, Geldbörse und Handy) da hier ja fast niemand anwesend ist, der etwas klauen könnte und zu den paar Strandgästen, die unter ihren Schirmen am Strand sitzen, habe ich Vertrauen, die haben sicher kein Interesse an einem Helm und einer Motorradjacke. Wir fahren ein paar Kilometer weiter, dann halten wir wieder an, Thomas lässt die mitgebrachte Drohne steigen. Drohne auspacken, starten, filmen, Fotos machen, etc., einpacken, etc. dauert schon mal 45 Minuten, da sollte es man nicht ganz so eilig haben. Mein nächster Stopp ist ein Schild auf dem vor Guanakos gewarnt wird, die hier die Straße queren. Da mache ich doch gern mal ein Foto. Es folgt das zweite „Lowlight“ des Tages. Die Maschine steht nicht wirklich schräg (genug) auf dem Seitenständer, zack, den Rest besorgt der Wind, das Motorrad liegt auf der rechten Seite. Thomas ist gerade nicht anwesend, da er an anderer Stelle ein Foto macht. Ich versuche das Motorrad allein aufzuheben. Keine Chance, allein und mit dem aufgeschnallten Gepäck funktioniert das nicht. Ein Autofahrer hält an und fragt mich ob er helfen kann. Das nehme ich gern an. Zu zweit ist „Mei Li“ in wenigen Minuten wieder aufgerichtet. „Schadendmeldungen an die Brücke“: der rechte Koffer ist etwas zerkratzt, der rechte Sturzbügel hat ein paar Kratzer, der Plastik-Handschützer rechts ebenfalls. Naja, wird nicht das letzte Mal gewesen sein, so etwas kommt auf Reisen halt vor, zumal hier unten der Wind nicht immer dein Freund ist.
18:00 Uhr, wir kommen in Caldera an. Wir beziehen das Hotel „Montecarlo“, welches einen schönen begrünten Innenhof hat. Nach dem Bezug unseres Hotels gehen wir in die Stadt. Caldera hat ca. 18.000 Einwohner, es gibt einen kleinen Strand und einen, für die Region, wichtigen Hafen der auch den Hauptteil der Arbeitsplätze in der Stadt bietet. Die kleine Promenade am Hafen hat ein paar Restaurants, hier ist sogar ein wenig „was los“. Aus den Restaurants hört man Musik, an der Promenade gibt es einige fliegende Händler und Eisverkäufer. Wir gehen in das „Entre Jotes“, ein Restaurant im „Mexiko-Stil“, beenden hier den Tag und füllen hier unsere persönlichen „Körper-Batterien“ wieder auf. Morgen geht es dann weiter in Richtung Norden…