Montag, 26. Januar 2026

Tag 9 => angestrengt zum Höhenrekord => El Tatio Geysire

Sonntag, 25.01.26
gefahrene Kilometer: 230 km



Urlaub kann auch anstrengend sein. Um 04:00 Uhr morgens klingelt der Wecker. Wir wollen heute in das Hochland (Altiplano) zu den Geysiren von El Tatio. Das Geysirfeld dort ist das das drittgrößte Geysirfeld der Welt (Nach Yellowstone in den USA und einem Geysirfeld in Russland). Das Geysirfeld liegt in einer Senke, die von einer Vulkankette flankiert wird. Neben dem Vulkan Tatio (Cerro de Tatio) handelt es sich um die Vulkane Cerro Deslinde, Cerro Volcán und dem Cerro de Copacoya. Die Vulkane sind Teil des zentralen Vulkangürtels der Anden.

Um 05:00 Uhr morgens sitzen wir auf unseren Motorrädern, da die schönste Rauchentwicklung der Geysire kurz nach dem Sonnenaufgang, gegen 07:00 Uhr, ist. El Tatio ist nur über eine Schotterpiste erreichbar. Für die ca. 80km benötigen wir gut zwei Stunden. Diese zwei Stunden können, in stockdunkler Nacht, ganz schön lang sein. Es ist anstrengend, sehr anstrengend! San Pedro de Atacama liegt auf 2.400 Meter Höhe. 30 km nach dem Start geht die Piste hoch auf ca. 4.000 Meter Höhe. Wir haben das Hochland, das Altiplano erreicht. Die restlichen 50km der Strecke fahren wir grob über 4.000 Meter Höhe. Es wird kalt, die mitgebrachten Winterhandschuhe reichen fast nicht aus, die Fingerspitzen werden trotzdem kalt. Zum Start heute früh müssten schon Pullover und lange Unterziehhose und die Überzieh-Regenkleidung mit „ran“. Genau für diesen einen Tag heute, hatte ich die warme Kleidung aus Deutschland mitgebracht.

Hätte ich gewusst wie die Stecke aussieht (...das habe ich dann erst im hellen auf dem Rückweg gesehen), wäre ich die Strecke, aus Sicherheitsgründen, niemals um dunklen gefahren. Heftigstes Wellbleck, starke Auswaschungen, Steine auf der Strecke, etc. Die meisten Besucher kommen mit einer gebuchten Ausflugstour zu den Geysiren. Die Touristen werden dann in Kleinbussen (meist sind es Mercedes Sprinter) gegen 05:00 Uhr aus den Hotels abgeholt und hier hochgefahren. Die Strecke ist für die Passagiere der Busse aber auch kein Spaß. Wir sehen am Straßenrand auch Busse, die anhalten damit ist der ein oder andere Passagier in die Natur übergeben kann. Solltet ihr solch eine Tour mit dem Ausflugsbus vorhaben, nehmt Medikamente geben Reise-Übelkeit mit.

Vor Ort dann ca. Null Grad Celsius. Auf der Scheibe und auf den Tankrucksack meines Motorrades bildet sich Eis. Das Navi, hier im Eingangsbereich der Geysire, zeigt 4.317 Meter Höhe an. Die letzten 20 km der Strecke waren für mich so anstrengend, dass ich keuchend am Eingang der Geysire ankomme. Ich benötige erstmal zwei Minuten bis ich vom Motorrad absteigen kann. Die Hände sind so eiskalt das ich die Handschuhe ausziehe und mir die Hände am warmen Motorblock wärme. Ein Angestellter kommt zu mir und fragt ob es mir gut geht, ob ich Probleme beim Atmen hätte. Mittlerweile geht es, wäre er vor fünf Minuten zu mir gekommen, hätte er aus Sorge vermutlich gleich einen Arzt gerufen oder ein Sauerstoffgerät geholt. Nach ca. 10 Minuten sind Thomas und ich soweit „erholt“ dass wir unsere Besichtigung starten können. Die Luft ist allerdings so dünn, dass wir beide leichte Kopfschmerzen haben und recht kurzatmig unterwegs sind.

Wir laufen zwei Stunden herum, wobei das laufen hier in der dünnen Luft anstrengend ist. Gegen 10:00 Uhr treten wir den Rückweg an, auch im hellen ist die Strecke, zurück nach San Pedro de Atacama, herausfordernd. Auf dem Rückweg zeigt mein Navi dann 4.343 Meter an. Mein persönlicher Höhenrekord. Höher war ich bisher nie mit einem Fahrzeug unterwegs. Mal zum Vergleich: Der höchste befahrbare Pass der Alpen ist der Col der IÍseran mit 2770 Metern. Gegen Mittag sind wir wieder im Hotel und müssen uns erstmal kurz hinlegen. Wir sind beide „schlag kaputt“.

Am Nachmittag gönnen wir uns noch ein wenig Erholung, wir besuchen die „Termas de Puritama“. Die „Termas de Puritama“ sind acht heiße Thermalbecken die in einen Flusslauf integriert sind. Die Anlage liegt in einer Schlucht ca. 30 km von San Pedro de Atacama entfernt. Auf ca. 3.500 Metern Höhe bietet das das ca. 25–33 °C warme Wasser ein entspannendes Badeerlebnis inmitten der Wüste. Unbedingt reservieren, es gibt jeweils einen Badezeitraum vormittags oder nachmittags. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aktuell ca. 35 Euro pro Person. Mein persönliches Fazit zu den Thermen: schön in der Natur gelegen, aber leider ist das Wasser nicht ganz so heiß, wie z.B. „Liard Hot Springs“ in Kanada oder “Chena Hot Springs“ in Fairbanks/Alaska. Diese beiden genannten Quellen sind weiterhin meine Favoriten auf meinen bisherigen „Amerikas“-Touren.

Der bisher anstrengendste Tag der Reise geht zu Ende….

Samstag, 24. Januar 2026

Tag 8 => Die Wüste lebt! => rund um den „Salar de Atacama“

Samstag, 24.01.26
gefahrene Kilometer: 200 km


Ab heute Nachmittag soll es wieder regnen. Daher legen wir unsere Ausflüge heute überwiegend in den Vormittag. Um 08:30 Uhr rollen wir. Wir verlassen das 2.000 Einwohner Kaff San Pedro de Atacama. Warum Kaff? Sorry, auf mich wirkt der Ort überhaupt nicht, die Straßen des Ortes bestehen aus Sand, insgesamt wirkt der Ort auf mich irgendwie etwas dreckig und unaufgeräumt. Auf keinen Fall wie ein Touristenort. Hier kommen im Prinzip die Reisenden nur hin, um von hieraus Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen. Unsere Hotelanlage ist gut, der Ort selbst bietet, meiner Meinung nach, nichts.

Kurz hinter dem Ort wird aus der asphaltierten Straße eine breite Schotterpiste. Der Regen des gestrigen Tages hatte insofern Vorteil, dass die Pisten feucht sind uns es nicht staubt. Wir fahren zuerst zur Laguna Piedra, einem kleinen See, der salzbaden erlaubt. Der Salzgehalt beträgt über 40%, man liegt wie ein Korken, ähnlich dem Baden im Toten Meer, im Wasser. Leider wird aus dem Erlebnis heute nichts, die Badestelle ist ganztägig geschlossen. Man erklärt uns vor Ort, dass das mit dem Regen gestern zu tun hat. Genaueres erfahren wir nicht. Es wird nun dringend Zeit den Pullover unter der Jacke auszuziehen. Heute früh war es leicht frisch, aber nur ca. eine Stunde später brennt die Sonne schon wieder mit knapp 30 Grad.

Neben der Strecke sind saftig grüne Büsche und Gräser. Die Wüste lebt! Sicher ein seltener Anblick den wir hier und heute erleben dürfen. Wir fahren weiter. Links von der Straße begleitet uns eine schneebedeckte Bergkette, der höchste Berg, der 5.919 Meter hohe Vulkan „Licancabur“ sticht dabei besonders hervor. Wir fahren ca. 50 km weiter nach Süden und erreichen den „Lago Chaxa“. Der Salar de Atacama ist in Gänze kein Nationalpark, nur einzelne Zonen sind als Schutzzonen ausgewiesen und gehören zum „Reserva Nacional Los Flamencos“. Der Salar ist ca. 3.000 km2 groß. In der abflusslosen Senke sammelt sich das Wasser von zahlreichen unterirdischen Zuflüssen und verdunstet dort. Zurück bleibt an der Oberfläche eine stark salzhaltige Schicht, die aber im Salar de Atacama an den meisten Stellen mit Lehm vermischt ist und daher nicht „blendend weiß“ ist. Übrigens lagern im Salar de Atacama ca. 25% der weltweiten Lithiumvorkommen.

Am „Lago Chaxa“ müssen wir, das erste Mal auf unserer Reise, eine Eintrittsgebühr bezahlen, ca. 13 Euro pro Person. Nun ja, die Gemeinde hier braucht ja auch ein paar Einnahmen und sollte daher auch etwas vom „Touristen-Kuchen“ abbekommen. Ich finde den Preis daher ok. Bevor wir über den kleinen Rundweg starten werden wir noch von den Rangern ermahnt, dass wir eine Mütze tragen sollten und Sonnencreme verwenden sollen. Machen wir! Wir laufen ca. eine Stunde herum und schauen uns Salzkristalle, aber vor allem die Flamingos, für dieser Ort bekannt ist, an. Die Sonne brennt, ich freue mich auf den Fahrtwind. Wir fahren noch einmal an eine Stelle, die heute ebenfalls noch geschlossen war, wir wollen zu den „Ojos del Salar“ sowie der Lagune Tebinquinche. Beides ist über einen Weg gemeinsam zu erreichen. Nach ca. 20 km Schotterstrecke, die stellenweise übel matschig ist und mich oftmals ins Schlingern geraten lässt, erreichen wir die „Ojos“ (spanisch für „Augen“). Auch hier wieder: 6 Euro Eintritt pro Person. Nun ja, im Grunde zwei kleine Süßwasserseen mit geschätzt ca. 50 Meter Durchmesser. Nicht sonderlich spektakulär (…übrigens darf man hier nicht baden, manche Reiseführer schreiben, dass das erlaubt sei…definitiv nicht!). Weitere ca. 5 km Fahrt erreichen wir die schneeweiße Laguna Tebinquinche. Hier ist das Salz dann wirklich schneeweiß an der Oberfläche zu sehen. Lange können wir uns am Anblick allerdings nicht erfreuen. In der Nähe zucken schon wieder Blitze und dunkle Wolken ziehen über unserem Köpfen zusammen.

Wir müssen zurück und geben etwas mehr Gas. Wir müssen wieder an den, eingangs beschriebenen, matschigen Stellen auf der Piste vorbei. Dieses Mal erwischt es mich. Ich fahre grob nur Schritttempo, aber mein Vorderrad verliert die Haftung und ich falle, bzw. rutsche auf die rechte Seite. Die prall gefüllte Tanktasche fängt den Sturz ab, das Motorrad liegt nicht mal auf dem Lenkerende, geschweige denn auf dem Sturzbügel. Nichts passiert, das Schlimmste ist der Matsch in dem ich nun liege und der, wenn er getrocknet ist, nur sehr schwer wieder zu entfernen ist. Jetzt noch schnell tanken im Ort und zurück zu unserem Hotel, der Himmel ist mittlerweile lila. Auf dem Parkplatz des Hotels gibt es einen Wasserschlauch, wir spritzen Mensch und Maschine ab, leider läuft mir dabei das Wasser literweise in meinen rechten Stiefel, aber was solls, muss sein, der Matsch ist übel. Als wir fertig sind, fängt es an zu Gewittern. Punktlandung. Das Gewitter ist nur kurz, nach 30 Minuten ist es schon wieder gut warm draußen, so dass wir unsere, nun nassen, Motorradklamotten auf dem Motorrad zum Trocknen drapieren können. Den Rest des Nachmittags verbringen wir in der Hotelanlage, es gibt kostenlosen Kaffee an der Rezeption, das passt.

Am Abend gehen wir in die Stadt bzw. was wir für die Stadt halten. Der Ort ist übersichtlich, es gibt allerdings einige Restaurants und Kneipen. Die nicht asphaltierten Straßen sind matschig vom Regen. Im Prinzip habe ich nun die Wahl zwischen Badelatschen oder nassen Motorradstiefeln, da ich mir auf keinen Fall meine normalen Schuhe versauen möchte, die brauche ich noch in den nächsten Tagen bzw. für die Rücktour. Ich entscheide mich für die Motorradstiefel. Mal sehn was der Abend noch so bringt….

Tag 7 => Lottogewinn! => Antofagasta – San Pedro de Atacama

Freitag, 23.01.26
gefahrene Kilometer: 360 km




Heute soll es soweit sein, wir wollen das Hauptziel dieser Reise erreichen:
San Pedro de Atacama. Es liegen heute keine größeren Highlights auf der Strecke an, mehr oder weniger ist heute „der Weg das Ziel“. Je näher wir an San Pedro de Atacama kommen, je karger wird die Gegend um uns herum. Gefühlt wächst hier in der Gegend kein Grashalm mehr. Neben der Autobahn bzw. Bundesstraße sehen wir mehrere verlassene Dörfer. Im Prinzip stehen nur noch die Grundmauern. Bei zwei dieser „Dorfreste“ verlassen wir die Hauptstraße und sehen uns ein wenig um. Meist handelt es sich hierbei um verlassene Dörfer und Industrieanlagen die der Gewinnung von Salpeter dienten. Die Blütezeit dieser Dörfer bzw. der Produktion war grob zwischen 1840 und 1930. Die Erfindung von synthetischem Salpeter (bzw. Kunstdünger) führte zum Niedergang der Salpeter-Industrie in Chile.

Wir erreichen Calama. Calama hat ca. 150.000 Einwohner und ist das Bergbauzentrum (Chile ist der größte Kupfer Produzent der Welt) Chiles. Etwas außerhalb, in Chuquicamata (hier nur kurz „Chuqui“ genannt…), liegt die größte Kupfermine (ca. 320.000 Tonnen reines Kupfer pro Jahr) der Welt. Die chilenischen Arbeiter kommen aus allen Landesteilen hierher, um hier gutes Geld zu verdienen. In Calama werden die besten Gehälter Chiles gezahlt. Die Arbeiter wohnen kostenfrei, in Calama gibt es das am besten ausgestattetes Krankenhaus des Landes, es gibt kostenlose Hochschulen für die Kinder. Allerdings ist die Gegend um den Ort nicht von hoher Lebensqualität (es wächst hier nichts, wenn es nicht bewässert wird) geprägt. Früher lebten mehr Menschen im Bereich der Kupfermine, seit 2003 darf aber niemand in der verseuchten Gegend der Mine wohnen, seitdem ist Calama stark gewachsen. Calama gehörte bis 1879 zu Bolivien. Im Salpeterkrieg wurde die Stadt 1879 erobert und gehört seitdem zu Chile. Wir halten an einem Aussichtspunkt der Mine, im Prinzip sieht man aber nur Geröll und riesige Abraumhalden die dank grün (Grünspan) schimmern. Das hier ein „Loch“ des Kupfer-Tagebaus mit fünf Kilometern Länge, drei Kilometer Breite und 1,6 km Tiefe befindet, kann man von hieraus nicht erkennen.

Die letzten ca. 100 km der Strecke liegen jetzt noch vor uns. Wir müssen über einen Pass mit ca. 3.400 Metern Höhe, es wird merklich kühler. Doch was ist das? Ein riesiges Gewitter mit dunklen Wolken braut sich direkt vor und zusammen. Regen? Hier? In San Pedro de Atacama regnet es statistisch nur 1,3 Tage im Jahr, und wir erwischen genau diese Tage? Das man hierher reist und dien Regentag erwischt ist wie ein Lottogewinn! Blitze zucken vor uns, es donnert laut. Wir beschließen kurz anzuhalten damit wir nicht Zielscheibe für die zahlreichen Blitze werden. Es beginnt heftig zu regnen, die Straße ist an manchen Stellen ca. 10 cm überflutet. Jetzt ist Vorsicht angesagt, auf den Straßen liegt Matsch und Geröll, welcher von den Hängen auf die Straße gespült wurde. Wir erreichen gegen 17:00 Uhr unser Tagesziel: San Pedro de Atacama. Die Straßen im Ort sind nicht asphaltiert, der Regen hat die Straßen in matschige und rutschige „Feldwege“ verwandelt. Wir erreichen unser Hotel, die „Ckoi Atacama Lodge“. Hier beziehen wir unser Basislager für die nächsten Tage. Wir schauen uns kurz in der Anlage um und beziehen unser Zimmer, bei den Zimmern handelt es sich jeweils um kleine Bungalows im ursprünglichen Farm-Stil. In der Anlage gibt es eine kleine Herde Lamas, die Anwesenheit der Lamas kann man auch durch das geöffnete Fenster auch riechen.

Schluss für heute, die letzten Tage waren geprägt von wenig Schlaf und langen Etappen. Mal sehen ob wir es in den nächsten 2-3 Tagen etwas entspannter angehen können. Heute essen wir noch im Restaurant in der Wohnanlage, morgen werden wir dann mit unseren Ausflügen in die nähere Umgebung beginnen



Freitag, 23. Januar 2026

Tag 6 => Anreise Atacama, Teil 3 => Caldera – Antofagasta

Donnerstag, 22.01.26
gefahrene Kilometer: 500 km







Wir verlassen das Hotel und betanken als erste Handlung des Tages unsere Motorräder. Es geht, wie schon gestern, weiter in Richtung Norden. Die ersten ca. 100 km fahren wir auf der „Ruta 5“. Im Unterschied zu gestern sind wir allerdings mautfrei unterwegs. Man zahlt hier nur Gebühr, wenn die Straße vierspurig ausgebaut ist, in dieser Gegend ist die „Ruta 5“ nur zweispurig und vergleichbar einer Bundesstraße bei uns, heißt für uns: kostenlos. Wir durchqueren den kleinen Ort Chanaral, ein Frachtschiff wird dort mit Erz beladen. Man merkt, dass wir mittlerweile in einer Region sind, wo Bergbau eine wichtige Rolle spielt, Straßenschilder verweisen auf Minen und Hafen -und Industrieanlagen. Wir halten in Charanal an, fotografieren ein wenig und sehen zufällig eine Gruppe Seelöwen im Hafen im Wasser. Wir schauen uns das mal näher an. Die örtlichen Fischer filetieren gerade den Fang des Tages und werfen die Fischreste ins Meer, das hat die Seelöwen hierhergelockt, den kostenlosen Imbiss nehmen sie gern an und „räumen auf“.

Weiter geht’s, als nächstes steht der Nationalpark „Pan den Azucar“ auf unserem Tagesprogramm. Einige Einheimische hatten uns darauf hingewiesen das wir hier unbedingt hinfahren sollten, machen wir, für uns ist das kein großer Umweg. Die Straße durch den Nationalpark ist eine gewalzte Erd-Piste, die sehr fest ist, aber glitschig aussieht. Wir fahren vorsichtig, da wir die Haftung der Straße überhaupt nicht einschätzen können. Die Aussicht im Park ist spektakulär, grobes Gestein wechselt sich mit weißen Stränden ab. Ich vermute das der Namensgeber des Parks das braune „knusprige“ Gestein als braune Zuckerkristalle erkannt hat und so auf den Nahmen gekommen ist. Mittlerweile ist es Mittag, die Sonne brennt wieder heftig, wir haben über 30 Grad. Wir entdecken im Park eine kleine Ansammlung von Häusern, ein einfaches Restaurant ist auch dabei. Wir machen eine Pause und essen Fisch mit Reis und Salat. Wir schauen dabei von der „ersten Reihe“ aus direkt auf den Strand. Ein paar Kinder baden, aber man muss hier in der Gegend schon sehr genau wissen wo man ins Wasser geht, die Wellen sind meist sehr heftig und man sieht nur wirklich ganz wenige Menschen im Wasser. Außerdem, wie ja schon erwähnt, sind 15 Grad Wassertemperatur in der Gegend das Maximum. Nach unserer Mittagspause geht es weiter. Wir verlassen die erdige Parkstraße und haben wieder Asphalt unter den Rädern. Der Fahrtwind ist angenehm kühl, wenn man allerdings nicht fährt, schwitzt man schon ziemlich unter der Motorradjacke. Die Gegend wird immer vegetationsloser. Während wir gestern gefühlt im sandigen Tunesien unterwegs waren sind wir heute im steinigen Marokko. Der wind weht stark, allerdings nicht ganz so brutal wie während unserer letzten Tour in Patagonien.

Wir fahren weiter bis auf 2.400 Meter Meereshöhe und stehen dann vor einem Tor. Es ist das Tor des „Paranal Observatoriums“. Wir haben einen Abstecher hierher unternommen, zum aktuell größten optischen Teleskop der Welt. Leider dürfen wir das Gelände nicht befahren, Besucher sind nur samstags erlaubt. An Samstagen gibt es hier, nach Voranmeldung, kostenlose Führungen durch die Anlage. Wir fahren weiter in Richtung Norden und sehen in der Ferne noch einige weitere Observatorien. Chile hat wegen der vorhandenen Trockenheit, der klaren wolkenfreien Himmel und der geringen Lichtverschmutzung sehr viele Observatorien, da dies die besten Bedingungen der Welt für Astronomie bietet.

Der letzte Programmpunkt ist „Mano de Desierto“ (die Hand der Wüste). Ich vermute es ist eines der meistfotografierten Objekte in Chile. Die Skulptur ist 11 Meter hoch und wurde 1992 gebaut. Die Hand mahnt mit den Umweltsünden aufzuhören, damit die Erde nicht zur Wüste wird. Interessant finde ich, dass hier, trotz Hauptsaison sehr wenig los ist. Während unsers ca. einstündigen Aufenthaltes kommen nur eine „Handvoll“ (…der Vergleich musste jetzt sein...) andere Touristen hier an. Zwei andere Autos und ein LKW, mehr nicht. Zweiter Punkt den ich interessant finde, es kostet keinen Eintritt.

Nach ca. einer Stunde Pause nehmen wir die „die Beine in die Hand“ (ok ich verspreche es war der letzte „Hände-Spruch“) und fahren die letzten ca. 75 km nach Antofagasta, unserem heutigen Tagesziel. Der LKW-Verkehr nimmt zu, es ist ziemlich windig. Der Tag war lang, gegen 19:30 Uhr kommen wir in der 350.000 Einwohner Stadt Antofagasta an. Unser Hotel „Geotel Antofagasta“ liegt direkt am Meer, wir haben sogar einen Balkon mit Meerblick. Das Ganze für nur 59 Euro für das Doppelzimmer incl. Frühstück und Tiefgaragen-Parkplatz. Das empfinde ich als ziemlich preisgünstig, generell sind die Hotelpreise (wir haben Hauptsaison!) in Chile relativ günstig, dazu dann aber später im Fazit etwas mehr Info.

Mittlerweile, nach dem Bezug unserer Zimmer, ist es fast 21:00 Uhr, Der Tag war lang, wir beschließen im Hotel zu bleiben und heute nicht mehr auf die „Promenade“ zu gehen. Da es ein ziemlich großes Hotel ist gibt es auch ein Restaurant im Hotel. Für mich gibt es heute Abend noch Salat, Thomas möchte schon seit Tagen Tintenfisch essen, heute soll er diesen bekommen.