
Ich möchte an dieser Stelle, wie nach jedem Reiseabschnitt ein persönliches (subjektives) Fazit zur Reise benennen. Die Reihenfolge ist willkürlich gewählt und es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit
Das Motto: Staub. Trocken. ATACAMA! Ich hätte mit allem gerechnet, nur nicht mit REGEN. Die Atacama-Wüste ist einer der trockensten Orte der Welt, es regnet im Durchschnitt 1,3 Tage pro Jahr., 10 Millimeter pro Jahr. In Deutschland regnet es durchschnittlich ca. 800 Millimeter pro Jahr. Wir waren drei Tage in San Pedro de Atacama, an allen drei Tagen hat es geregnet. Zumindest ist es merkwürdig. Allerdings muss man sagen das San Pedro ja nur ein kleiner Punkt in der riesigen Wüste ist, wir sind den Rest der Strecke durch die Wüste gefahren, dort war es wirklich heiß und wirklich auch Staubtrocken. Insofern lasse ich das „Motto“ mal stehen.
Ist „Chile Nord“ langweilig? Ich hatte es ja bereits im „Intro“ geschrieben, die meisten Reisenden die die Panamericana von Nord nach Süd bereisen, lassen den nördlichen Teil Chiles aus. Nahezu alle Reisenden fahren (aus nördlicher Richtung kommend) im Süden Perus nach Bolivien über die Grenze und fahren dann weiter Richtung Süden durch Argentinien (und eben NICHT durch den Norden Chiles) um dann auf ihrer weiteren Reise grob bei Santiago de Chile wieder in Chile einzureisen. Somit verpassen die meisten die Atacama-Wüste in Chile. Der Norden Chiles wird in Reiseberichten des Öfteren, als landschaftlich „öde“ beschrieben wird. Kann ich das so bestätigen? Definitiv nein! Ich fand die Strecke/die Tour nicht langweilig/öde, man muss sich aber im Klaren sein, das man durch weitgehend vegetationslose Landschaften fährt und die Abwechslung in der Ausprägung von verschiedenen Wüstenformen (Stein, Sand, etc.) stattfindet. Ich war in jungen Jahren mit dem Motorrad in Tunesien und fühlte mich, hier in Chiles Norden, teilweise daran erinnert. Wenn man Wüste „mag“ ist die Strecke durchaus sehenswert. Wir hatten auf unserer Strecke tolle Erlebnisse, auch wenn diese nicht immer in der Rubrik „höher, weiter, schneller“ zu finden sind.
Die Highlights: Die Highlights waren u.a. für mich: das Containerhotel in Valparaiso, die Kupfermine Cuquicamata, das Kunstwerk „Mano de Desierto“ (die Hand der Wüste), der Nationalpark „Pan de Azucar“ die Touren rund um den „Salar de Atacama“, die (anstrengende) Tour zu den „El Tatio“- Geysiren und (am letzten Tag) die „lässige“ Atmosphäre am Strand von Arica. Zusätzlich bleibt mir die „Kleidungs-Müllkippe“ in der Nähe von Iquique sicher noch lange im Gedächtnis.
Die Strecke / die Straßen: Dadurch, dass ich ein eigenes Motorrad vor Ort besitze, hatte ich den Luxus, „oneway“ fahren zu können. Die meisten Motorradfahrer, die ich unterwegs getroffen habe, hatten Mietmotorräder. Mit einen Mietmotorrad muss man meistens eine kreisförmige Route wählen an den Startpunkt zurück. Ich erwähne das, da mir der Rückweg nach Santiago so erspart geblieben ist. Die doppelte Strecke durch die Wüste, also von Arica zurück nach Santiago, wäre mir vermutlich dann auch zu wenig abwechslungsreich gewesen. Insofern passte „oneway“ für mich voll und ganz. Die Straßen vor Ort hatten eine durchweg gute Qualität und waren gut fahrbar. Ausnahme bildet die Schotterstrecke zu den „El Tatio“-Geysiren. Die 80 km Strecke waren auf den letzten 30 km sehr anspruchsvoll. Rund um den „Salar de Atacama“ sind die Strecken nahezu ausnahmslos gewalzte Erdpisten bzw. Schotterstrecken, die bei Nässe schnelle „seifig“ werden können.
Das Wetter: Januar ist Hochsommer im Zielgebiet, der Temperaturbereich lag zwischen ca. Null Grad (bei den Geysiren auf ca. 4.300 Metern Höhe) und ca. 30-35 Grad Celsius im Nationalpark „Pan de Azucar“ und im Bereich Iquique bzw. Arica. Es hat an drei Tagen nachmittags (in San Pedro de Atacama) für ca. 30 Minuten heftig gewittert. Zusammenfassend ist es (wieder) eine Herausforderung für einen Temperaturbereich von 0-35 Grad Celsius Motorradklamotten einzupacken, da der Platz im Koffer begrenzt ist. Das Zwiebelprinzip hilft.
Persönliches Fazit: Es war in Summe eine tolle Tour, aber würde ich die Strecke noch einmal fahren wollen? Eher nein. Die Tour ist jetzt die zehnte Reise durch die „Amerikas“ mit dem Motorrad für mich und wenn ich die „leeren“ Gegenden im Norden Chiles mit Chiles Mitte vergleiche, hat mir der Bereich um die „Carretera Austral“ in der Mitte besser gefallen. Die dortige vorhandene Vegetation (vergleichbar mit Österreich bzw. Norwegen) empfinde ich, subjektiv, schöner zu (be)fahren.

Hier, wie immer am Ende einer Reise/eines Reiseabschnitts kommt die Gesamtabrechnung. Was hat mich die Reise gekostet, bzw. mit welchen Kosten müsst ihr bei einer vergleichbaren Reise rechnen. Die Unterteilung der Kosten betrifft die vier Blöcke Unterkunft, Benzin, Sonderausgaben und Ernährung.
Der Flug und das Motorrad sind NICHT mit in der Kostenaufstellung enthalten, da dies den Vergleich verzerren würde. Bei den Flügen kommt es stark darauf an wann ihr bucht und wie oft ihr Lust habt umzusteigen. Die Kosten für das Motorrad sind sehr subjektiv, der eine mietet, der andere bringt sein eigens Motorrad mit. Auch hier gibt es jeweils Preisunterschiede, die einen Vergleich verzerren würden
Fangen wir mit den Kosten für die Unterkünfte an. 12 Nächte in Hotels, davon habe ich drei Nächte die Rechnung allein übernommen, neun Nächte habe ich mir preislich mit Thomas geteilt. Wir haben immer in Hotels übernachtet, bei den Südamerikareisen verzichte ich/verzichten wir, aus Sicherheitsgründen, anders als in Nordamerika, auf Übernachtungen im Zelt. Die Unterkünfte hatten meist mittlere bis gute Qualität, wir hatten meist ein Doppelzimmer mit zwei Betten, ein eigenes Bad war immer dabei. Auch ein Frühstück war fast immer Bestandteil der Buchung. Durch mehrfaches („sportliches“) Umbuchen vor der Reise, wenn sich günstigere Preise bei mindestens gleicher Qualität zu erster Buchung, entwickelt haben, konnte ich einen Durchschnittspreis von ca. 45 Euro pro Übernachtung (pro Person) realisieren.
Thema Benzin: Der Liter Benzin kostet in Chile aktuell ca. 1,25 Euro. Benzin hat im ganzen Land den gleichen Preis, egal an welcher Tankstelle. Der Preis scheint staatlich vorgegeben zu sein, so zumindest meine Beobachtung bzw. Vermurung. Ich bin in Chile ca. 3.400 km während dieser Reise gefahren, die „CFmoto 450 MT“ hat grob im Schnitt 5,5 Liter verbraucht. Für die 3.400 km habe ich somit 187 Liter Benzin verbrannt, im Ergebnis stehen ca. 235 Euro auf der Benzin-Rechnung. Da ich die Durchschnittskosten pro Tag der Reise angebe, rechne ich die An und Abreisetrage und die Tage ohne Motorrad mit. Gesamt also fünfzehn Tage, im Durchschnitt über die 15 Tage sind es somit (gerundet) ca. 15 Euro pro Tag.
Sonderausgaben: Hier sind die Eintrittsgelder für Über-Taxis und diverse Eintrittsgelder und die Autobahngebühr in Chile zu nennen. Hier sind für mich ca. 150 Euro zusammengekommen. Bei 15 Tagen gerundet ca. 10 Euro pro Tag.
Letzter Punkt, wie immer bei meinen Auflistungen, ist die Verpflegung. Vorab der Hinweis, dass wir jeden Tag in Restaurants gegessen haben. Wenn man mit mehreren Personen reißt, so meine Erfahrung, isst man nicht „sparsam“ auf dem Zimmer, sondern geht meistens „aus“. Für diesen Urlaub, incl. Versorgung auf dem Flughafen während der An- bzw. Abreisetage, habe ich ca. 375 Euro ausgegeben, so dass ich hier im Schnitt pro Tag gerundet ca. 25 Euro ansetze.
Macht im Ergebnis ca. 95 Euro pro Tag an Ausgaben über die(se) gesamte Reise.
Ich muss aber dazu sagen das ich bei den anderen Reiseabschnitten allein unterwegs war, das verfälscht das notwendige Gesamtbudget somit ein wenig. Der Preis für die (allein) Übernachtung im Hotelzimmer würde dann im Schnitt um ca. 15-20 Euro pro Tag steigen. Kostensenkend würde bei (m)einer Alleinreise dann aber wirken, dass ich vermutlich das Essensbudget geringer ansetzen würde bzw. könnte. Ich würde dann eine geringere/günstigere Unterkunftsqualität wählen, so dass sich kein höheres Budget pro Tag, als die genannten 95 Euro, ergeben würde. Wenn ich das Hotelzimmer für den gesamten Urlaubszeitraum alleine zahle, bin ich meistens eher gewillt, auf Komfort zu verzichten.
Chile ist in Summe nicht supergünstig, allerdings sind Benzin und die Hotels (je nach Kategorie) vergleichsweise preiswert. Man bekommt Zimmer (sogar Einzelzimmer für eine Person) mit solider mittlerer Qualität (keine Absteigen!) ab ca. 20-30 Euro pro Person und Nacht, gute Qualität bekommt man ab ca. 40-50 Euro pro Person (incl. Frühstück). Wichtig: den „Kassenzettel“ (ja der sieht wirklich aus wie ein Kassenbon vom Aldi) den ihr bei der Einreise an der Chilenischen Grenze bekommt, gut aufheben und beim Hotel Check-in vorzeigen, dann bezahlt man als Tourist (wenn man in Dollar bezahlt) keine chilenische Mehrwertsteuer.
Im „Budget-Fazit“ würde ich sagen, dass ich während dieser Chile-Reise im Groben ca. 20% unter dem Schnitt der Reisen in Kanada/USA/Alaska lag (dort war der Schnitt ca. 120 Euro pro Tag). Nur Mexiko lag (bisher) mit ca. 80 Euro pro Person und Tag drunter. Im Ergebnis war diese, zehnte Motorradreise durch die „Amerikas“, die zweitgünstigste Reise bisher.